Eisenbahnbrücke über die Kyll wird abgerissen

Eisenbahnbrücke über die Kyll wird abgerissen

Mit dem Abriss der Eisenbahnbrücke über die Kyll, einer stillgelegten Zufahrt zur früheren Walzenmühle, beginnt in dieser Woche ein neuer Abschnitt der Neugestaltung des Mühlengeländes in Ehrang. Bis Ende 2015 soll Triers größter Stadtteil eine Umgehungsstraße sowie ein neues Einkaufs-, Wohn- und Dienstleistungsviertel bekommen.

Der Kreuzungsbereich von Kyllstraße und Marienfeldstraße gehört heute schon zu den belebtesten Ecken von Ehrang. In gut zwei Jahren wird dort noch mehr los sein. Wie berichtet soll die Bundesstraße (B 422 neu) aus dem Ortskern herausgenommen und in Richtung Kyll verlegt werden. An besagter Kreuzung soll sie in einen Kreisel münden; auch die Straßenbrücke über die Kyll wird erneuert. Laut Zeitplan (siehe Extra) werden beide Projekte bis Ende kommenden Jahres realisiert.Entlastung für Ortskern


Laut einer Verkehrsprognose sollen dort später rund 6000 Fahrzeuge am Tag verkehren. Unterdessen wird der Ortskern, durch dessen enge Straßen sich heute der Verkehr von Kordel in Richtung Trier oder Schweich schlängelt, entlastet. Laut einem Gutachten wird der Lärm in Kyll- und Oberstraße um ein bis drei Dezibel abnehmen.
Wenn die neue Kyllbrücke mit angrenzendem Kreisel gebaut ist, wird eine andere Brücke über den Fluss nicht mehr existieren: die zweigleisige Werkszufahrt zur ehemaligen Walzenmühle. Sie soll in der kommenden Woche abgerissen werden; der genaue Tag steht noch nicht fest. Der Stahloberbau der Brücke wandere in eine Trierer Firma zur Wiederverwertung, teilt die Stadtverwaltung mit, das Widerlager und die beiden gemauerten Pfeiler würden zerkleinert und als Recyclingmaterial wiederverwendet.
Zwei Kräne sollen das Oberteil der Brücke vom Sockel heben. Damit sie in den Uferbereich gelangen können, musste in den der Untergrund befestigt werden. Sonst wäre die Gefahr zu groß gewesen, dass die Kolosse im feuchten Untergrund stecken bleiben, sagt Edgar Jäckels von der Baufirma Knaf (Ernzen). Knifflig sei auch der Abbruch der Pfeiler. Dafür müsse ein Bagger ins Flussbett fahren. Möglicherweise werde man zwei jeweils 28 Tonnen schwere Betonröhren in der Kyll postieren, durch die das Wasser fließen könne, sagt Jäckels. Diese seien auch standfest genug für den Bagger, der das Mauerwerk kleinmeißelt.
Nächster Bauschritt im Ehranger Mammutprojekt, über das schon seit 1971 diskutiert wird, ist die Verlegung des Mühlengrabens in Richtung Kyll. Damit wird Platz für die neue B 422 geschaffen. Laut Stadt soll je nach Wetterlage Anfang 2014 mit den Arbeiten begonnen werden. Etwa ab der ehemaligen Blumenfabrik in der Friedhofstraße wird die B 422, aus Kordel kommend, teilweise über einen Damm in Richtung Mühlengelände geführt. Diese Aufschüttung dient auch dem Hochwasserschutz.Zukunft von Gebäude noch offen


Der Mühlengraben wird dann künftig das Wasser der Kyll in einem geraderen Winkel zu einem Turbinenhaus führen, das Strom erzeugt. Betreiber und Besitzer des Kraftwerks ist Dietmar Seifer (63) aus Trier. Er hat die denkmalgeschützte Villa seiner Familie und das angrenzende Gelände an die Stadt verkauft. Diese hat es an einen Investor veräußert, der einen Verbrauchermarkt sowie Wohn- und Dienstleistungsgebäude errichten möchte (der TV berichtete).
Was aus dem kyllseitigen, ebenfalls denkmalgeschützten früheren Verwaltungsgebäude der Getreidemühle passiert, lässt Besitzer Dietmar Seifer noch offen: "Das werden wir sehen, wenn die Straße da ist. Da kommt eine Eigendynamik rein." Eine Option sei altenbetreutes Wohnen und/oder eine Tagespflegeeinrichtung. "Diese Nutzung wäre mein Traum", sagt Ortsvorsteher Günther Merzkirch. Unterdessen beklagt Seifer, dass in dem herrschaftlichen Haus schon Vandalen gehaust haben. Unter anderem sei das Treppenhaus zerstört worden.Extra

Erster Bauabschnitt: Verlegung Mühlengraben (ab Januar 2014 bis April/Mai) Zweiter Bauabschnitt: Bau B 422 von Kyllstraße bis Turbinenhaus März 2014 bis Mitte 2015), Neubau Kyllbrücke und Kreisel B 422/Kyllstraße (Ende 2014) Dritter Bauabschnitt: Bau B 422 bis zur Friedhofstraße (ab Juli 2014 bis Ende 2015). Einkaufszentrum: Herbst 2014 bis Ende 2015. alf