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Eiserne Hochzeit mit sechs Kindern, neun Enkeln und drei Urenkeln

Eiserne Hochzeit mit sechs Kindern, neun Enkeln und drei Urenkeln

Elisabeth und Oskar Bauer sind seit 65 Jahren verheiratet. Langweilig wurde es wohl selten: Zum Jubiläum sind die sechs Kinder mit Enkeln und Urenkel gekommen. Aufgetischt wurden viele Anekdoten, ein verjährtes Vergehen und eine besondere Tomate.

Igel/Langsur. "Es war ja doch eine schöne Zeit", sagt die 85-jährige Elisabeth Bauer, geborene Classen, "wenn jemand so lieb mit einem ist!" Und sie schaut ihren Mann Oskar (87) an, mit dem sie jetzt 65 Jahre verheiratet ist. Die Erinnerung entlockt ihr immer noch ein verliebtes Lächeln. An diesen Tag, Ende der Vierziger Jahre, als sie ihn irgendwo außerhalb von Metzdorf traf und er sie mit dem Fahrrad mitnahm. Und es fällt gar nicht schwer, sich Oskar als jungen Mann vorzustellen, der sicher besonders eifrig in die Pedale trat - auch wenn er noch kurz vor Kriegsende, als 17-jähriger Soldat, ein Bein in Remagen ließ. Doch davon, sagt er, ließ er sich nie aufhalten. Eine Eigenkonstruktion aus einer Blechdose half beim Fahrradfahren mit der Prothese, die er wie ein Seeräuberbein beschreibt und sowieso findet er: "Man soll immer ganz fest an sich glauben!" Aber auch nicht stur einen falschen Weg gehen: "Wenn man morgens schon mit langem Gesicht zur Arbeit kommt, das ist doch nichts!"
So hat er es selbst auch gehalten und seinen Lehrberuf, die Schusterei, bald an den Nagel gehängt. Obwohl er dafür mit dem Motorrad zur Prüfung gefahren ist. Ohne Führerschein. "Der schreibt das auf!", warnt Elisabeth lachend vor dem eifrigen Reporter, doch Oskar winkt ab: Das ist wohl verjährt, weiß der Mann, der danach lieber Lastwagen gefahren ist, natürlich mit Führerschein.
Außerdem betrieb seine Frau Elisabeth mit ihm einige Jahre einen Lebensmittelladen in Mesenich. Und danach noch eine Gaststätte mit Fremdenzimmern. Und der Sohn und die fünf Töchter wären als gemeinsame Unternehmung wohl auch noch zu erwähnen. Die sind heute selbst zwischen 50 und 65 und haben neun Enkel und drei Urenkel zur Feier nach Igel mitgebracht. Und eine riesige, verwachsene Tomate, die ein bisschen wie ein Herz geformt ist. Natürlich aus dem Garten der Eltern, die den immer noch "tipptopp" halten, wie eine Tochter erzählt. Dann fügt sie noch eine Anekdote hinzu und beschreibt, wie ihr Vater Oskar in diesem Garten steht. Wo in ihrer Kindheit so viele Spielgeräte installiert wurden, dass regelmäßig alle Kinder Mesenichs zu Besuch kamen.
Heute, so erzählt die Tochter, schneidet der Vater im Garten gerne ein paar Nüsse für die Vögel auf - und die fressen ihm buchstäblich aus der Hand. Sein Rezept fürs lange Leben in Zweisamkeit ("Zusammenhalten") ist keine wirkliche Offenbarung. Wie es aussieht, hat es bei den beiden einfach gepasst. Die haben sich nicht nur zusammengerauft, die haben sich wirklich lieb. Für Elisabeth Bauer war es jedenfalls nicht nur damals, auf dem Weg irgendwo vor Metzdorf, eine gute Zeit. Auch über die Gegenwart freut sie sich: "Wir haben heute ein schönes Leben!" fgg