Elegant und kultiviert

SCHWEICH. (red) Nach dem überragenden Konzert in der Schweicher Synagoge mit dem Berliner Philharmoniker Thomas Leyendecker an der Posaune und seinem Begleiter Hans Dieter Höllen, was sollte da noch kommen? Doch das Blechbläserquintett International-Brass vom Niederrhein begeisterte.

Was die fünf Herren aus vier Nationen boten, war atemberaubend und zeugte von höchster Blechbläserkultur. Auswahl und Ausführung des Programms ließen keine Wünsche offen. Die oft problematische Intonation bei Blechbläserensembles war einfach nicht existent. Das Ensemble International-Brass verfügt über eine ausgefeilte Klangkultur von sanft im piano bis zupackend strahlend im forte. Mit lyrischen Qualitäten überzeugten die Musiker vor allem in den romantischen Motetten von Rheinberger und Henri Carol, sowie im "Jubilate Deo" von Mendelssohn Bartholdy. Die hohe Musikalität des Ensembles wurde unter anderem auch deutlich in der feinsinnigen Gestaltung der musikalischen Spannungsbögen in Johann Sebastian Bachs "Wohl mir, dass ich Jesum habe" aus der Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben". Die brillante und virtuose Seite der Blechbläserliteratur wurde dem Publikum in einer Reihe anderer Werke präsentiert. So überzeugten die Musiker in der "Ankunft der Königin von Saba" durch elegante Leichtigkeit trotz hoher bläserischer Anforderung vor allem für die hohen Trompeten. Die Adaption von Bachs Toccata und Fuge in d für Blechbläser streift sicherlich die Grenzbereiche des Machbaren für ein Blechbläserensemble, indes war davon bei International-Brass nichts zu spüren. Was das Ensemble an halsbrecherischen Figuren bewältigte, sucht seinesgleichen. In der Ouvertüre aus der Feuerwerksmusik von G.F. Händel am Ende des Konzertes zeigte das Ensemble nochmals, dass es auch nach einem anstrengenden und für Blechbläser kraftraubenden Programm noch mühelos in der Lage ist, einen krönenden Abschluss mit satten Bass- und höchsten Trompetentönen zu setzen. Das Publikum applaudierte im Stehen. Die nächsten Konzerte im Rahmen der Geistlichen Musiken: Am 17. November mit den Chören und Ensembles der Pfarrgemeinde sowie Wolfgang Seifen an der Orgel. Am 26. November mit dem Männerensemble Cantabile Limburg , einem der renommiertesten Ensembles Deutschlands, mit Alfred Müller an der Orgel.