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Elisabeth Asshoff: eine Triererin in Weimar

Städtepartnerschaft : Eine Triererin lebt im Alter ein neues Leben in Weimar

Ohne Heimweh am Sehnsuchtsort: Elisabeth Asshoff (75) ist 2008 in die Partnerstadt gezogen.

„Rübermachen“ steht laut Duden für „an einen Ort jenseits einer Grenze o. Ä. reisen, besonders früher aus der DDR in die Bundesrepublik überwechseln“. Elisabeth Asshof hat den umgekehrten Weg gewählt. Die 75-jährige gebürtige Triererin wohnt seit 2008 in Weimar: „Die Wende hat mein Leben gewendet. Ich habe mir einen Kindheitstraum erfüllt.“ Es war Anfang der 1950er Jahre, als die Bügelfrau der Familie und Arztpraxis Asshoff in der Dietrichstraße das Interesse weckte: „Frau Marquardt stammte aus Weimar, erzählte gerne von ihrer Heimatstadt und über Elisabeth von Thüringen, meiner Namenspatronin. Weimar wurde mein Sehnsuchtsort.“ Die Wende und die Städtepartnerschaft ermöglichten ihr, die Stadt zu besuchen, „die aufs Engste mit Cranach, Wieland, Goethe, Schiller, Bach, Herder und Liszt verbunden ist“. Nach der Pensionierung hielt die vormalige Leiterin des St.-Willibrord-Gymnasiums Bitburg nichts mehr in der Heimat: „Mein Mann war gestorben, und ich zog nach Weimar. Allein. Meine Freunde waren entsetzt.“

Bereut hat sie den Schritt dennoch nie: „Ich wurde herzlich empfangen und lebe im Alter ein neues Leben.“ Und kann sich für die freundliche Aufnahme revanchieren. Elisabeth Asshoff hat zwei Bücher über den weltberühmten, 1555 fertiggestellten Cranach-Altar in der Herderkirche verfasst. Darin begibt sie sich auf die Suche nach Deutungen der Bilder und Symbole des Altars, erklärt seine biblische Botschaft und Luthers Theologie. Damit betrat sie wissenschaftliches Neuland.

Heimwehr nach Trier? „Nein. Ich kann ja so oft hinreisen, wie ich möchte. Trier und Weimar sind keine zwei Welten mehr. Da ist etwas zusammengewachsen, nicht zuletzt dank der Städtepartnerschaft.“