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Eltern in Trier-Filsch wünschen sich besseren Kinderspielplatz

Infrastruktur : Viele Wünsche für Kinderspielplatz

Ortsvorsteher, Ortsbeirat und Eltern in Trier-Filsch sind sich einig: Die Anlage Im Freschfeld könnte sicherer und attraktiver gestaltet werden. Warum die Stadt dafür wenig Spielraum sieht.

Der Spielplatz mit der Nummer 4.47 und der örtlichen Bezeichnung „Auf Ewes“ ist einer der meistgenutzten der Stadt. Er befindet sich im Filscher Neubaugebiet BU 13/14 und ist ein täglicher Anlaufpunkt für die Kinder der Umgebung

Einige Eltern bezeichnen ihn zwar als „Schön“ und „durchaus gelungen“, der Teufel liegt jedoch bekanntlich im Detail. Joachim Gilles, Ortsvorsteher in dem stetig wachsenden Höhenstadtteil, schließt sich den Eltern an. Potenzial für Verbesserungen gäbe es allemal, um die Spielstätte für Drei- bis Zwölfjährige sowohl für die spielenden Kinder als auch die aufpassenden Mütter und Väter attraktiver zu gestalten.

Zulauf genießt der Spielplatz wie wohl kaum ein anderer in der Stadt. Der Grund: Fast ausnahmslos junge Familien wohnen ringsum im Baugebiet BU 13/14, die Kinderzahl ist dementsprechend hoch. Erster Punkt auf der Wunschliste von Eltern und Ortsteilchef: Schatten müsse auf irgendeine Weise her. Weder Baum noch Strauch vermögen dies derzeit zu leisten, denn die gepflanzten Gehölze sind dafür noch zu jung.

Magdalena Camardella erinnert sich an Tage mit Dauersonnenschein ohne einen Funken Schatten. Dann sei es sogar „unerträglich“, weiß Joachim Gilles aus eigener Kenntnis. Auch die Erwachsenen litten an solchen Tagen ohne schattiges Plätzchen.

Zumindest Sandkasten und Sitzbank – für aufpassende Eltern – sollten Schatten haben: Vielleicht durch ein Sonnensegel oder Ähnliches, schlägt Gilles vor. „Wenn wir auf Schatten durch die Bäume warten, sind unsere Kinder groß“, findet die Mutter Justyna Gattner.

„Die Ausstattung mit Sonnensegeln kommt generell auf den öffentlichen Spielplätzen in Trier nicht in Frage“, heißt es jedoch in einer Stellungnahme der AG Spielraum, die dem TV vorliegt. Vandalismus, Probleme bei Starkwetterereignissen und fehlendes Personal sprächen gegen ein Sonnensegel. Außerdem sei die öffentliche Hand nicht verpflichtet, für einen „vollumfänglichen Sonnenschutz“ bei den Nutzern zu sorgen, heißt es in der AG-Bewertung.

Ein weiterer Verbesserungsvorschlag richtet sich gegen das Schlange stehen an der einzigen (Kleinkinder-)Schaukel, auch diese ist ein Renner auf dem Spielplatz. Eine zweite Schaukel täte der Anlage sehr gut, schlägt die Mutter Mira Becker vor, wie auch ein „Hopser“ für die Aller-Kleinsten.

Auf der Wiesenfläche gleich neben dem Spielplatz fehlten Tore, um das Glück der Fußballer perfekt zu machen, beklagt Vater Samuel Röttger. Sogar Fläche für ein Klettergerüst sei vorhanden, erklärt Röttger gegenüber dem TV und moniert: Richtig ernst genommen mit ihren Vorschlägen würden Eltern von den Verantwortlichen bei der Stadt nicht.

Weniger gern sieht der Vater, wenn Kinder als Ausweich-Klettermöglichkeit das Dach des „Spielhauses“ zweckentfremden. Dafür sei es nicht konzipiert mit einer Fallhöhe für einen Dach-Kletterer von bestimmt 1,50 Meter. Röttger, von Beruf Kinderchirurg, mag sich einen Unfall bei diesen Bedingungen nicht ausmalen.

Unter dem Gerät geht es an dem aufgeschütteten Hügel dann weitere Meter steil hinab mit massiv verbauten und als Treppenstufen gedachten Steinquadern. Die Eltern, die bei dem Vorort-Termin mit dem TV gesprochen hatten, halten Nachbesserungen für dringend geboten. Samuel Röttger: „Schließlich haben alle Hauseigentümer mit ihrem Kauf des Baugrundstücks auch einen am Bedarf orientierten Spielplatz mitfinanziert.“ Ein Argument, was Ortsteilchef Gilles voll und ganz unterstreicht.

Petra Lohse vom städtischen Presseamt hält dagegen: „Das Spielplatzprojekt ist seit drei Jahren abgeschlossen. Zu den finanziellen Aspekten gibt es keine Neuigkeiten.“

Ortsteilchef Gilles will sich damit nicht abfinden. Seit längerer Zeit seien Rat und er bemüht, Verbesserungen bei der Stadt zu erreichen. Zwar solle eine Tischtennisplatte installiert werden und eine weitere Sitzbank am Sandkasten, sagt Gilles.

Allerdings müsse beides aus den Mitteln des Ortsbeirates finanziert werden, habe er von der Verwaltung erfahren. Er ist jedoch der Meinung, mit nur geringem Aufwand lasse sich schon einiges erreichen, wie zum Beispiel der Sandkasten vergrößern: „im Austausch von Pflastersteinen gegen Sand zum Spielen“, gibt Gilles die Hoffnung so schnell nicht auf.