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Eltern protestieren wegen ausgeschalteter Ampel

Eltern protestieren wegen ausgeschalteter Ampel

Warum ist die Fußgängerampel an der Kreuzung Maarstraße/Kloschinskystraße nicht in Betrieb, obwohl dort morgens viele Schulkinder die Fahrbahn überqueren? Das fragen sich viele Anwohner des Maarviertels. Laut Stadt ist die Ampel wegen des dort geltenden Tempo-30-Limits nicht nötig. Die Situation sei "gefährlich", sagen Betroffene.

Trier. Kurze Beine - kurze Wege: Im Trierer Maarviertel trifft das für viele Schul- und Kindergartenkinder zu. Derzeit ist es morgens dunkel, wenn sie aus dem Haus müssen. Bis vor einigen Monaten reichte ein Druck auf den Ampelschalter, um sicher und pünktlich ans Ziel zu kommen. Nun ist die Fußgängerampel an der Ecke Maarstraße/Kloschinskystraße aber nicht mehr in Betrieb. Und die Stadt will die Anlage demnächst abbauen - trotz Protesten der Anwohner.
Ortstermin an der Kreuzung morgens, 8 Uhr: An der Einmündung der Kloschinskystraße in die Maarstraße ist viel Verkehr, zumal die Maarstraße an dieser Stelle nur einspurig befahrbar ist. Ein vorbeifahrender Stadtbus und vor dem Bäcker haltende Autos sorgen für Chaos. "Mitten in der Kurve hört die 30er-Zone auf, das macht doch keinen Sinn", sagt Maria Duran Kremer, Ortsvorsteherin in Trier-Nord. Christian Gerteis, Leiter der Martin-Grundschule, sagt: "Die Ecke ist sehr unübersichtlich. Ich selbst habe hier als Rad- oder Autofahrer Schwierigkeiten. Die Ampel muss wieder eingeschaltet werden!" Dem stimmt auch Sascha Rommelfangen zu, dessen Kinder hier Grundschule und Kindergarten besuchen. "Wir gehen jetzt immer einen Umweg, damit die Kinder sicher ankommen", sagt seine Frau Isabell.
Als der Ampelbetrieb Mitte 2011 eingestellt wurde, protestierten Eltern und Kinder; rund 500 Unterschriften übergaben sie an die Ortsvorsteherin. Diese wandte sich damit an Dezernentin Simone Kaes-Torchiani; auch die CDU-Stadtratsfraktion fragte nach. Genutzt hat es nichts.
Die Stadt sagt weiterhin Nein zum Wiedereinschalten der Ampel. Das Hauptargument: In Tempo-30-Zonen wie im Maarviertel seien keine Fußgängersignalanlagen vorgesehen. Die 30er-Zone war 1997 eingerichtet worden. Laut der Dezernentin trug sie dazu bei, die Verkehrssituation zu entschärfen - was die in den 1990er Jahren installierte Ampelanlage an der Kloschinskystraße allein nicht geschafft habe. 14 Jahre lang ergänzten sich 30er-Zone und Fußgängerampel, jetzt aber soll die Anlage zurückgebaut werden.
Dagegen leisten die Anwohner Widerstand: "Die Ampel ist doch schon da, man muss sie ja nur wieder anschalten!", fordern sie. "Betriebskosten von 1460 Euro werden jährlich eingespart", kontert Kaes-Torchiani. Das städtische Fachamt habe die Verkehrssituation überprüft: "Das Gefahrenzeichen ,Vorsicht Kinder\' und das 30er-Schild sind auch aus größerer Entfernung gut sichtbar. Das Sichtverhältnis zwischen Fußgängern und Fahrzeugen wird als vollkommen ausreichend bewertet." Darüber hinaus habe eine zweiwöchige Verkehrsbeobachtung Ende 2011 ergeben, dass das Tempolimit überwiegend eingehalten werde und das Verkehrsaufkommen nicht überdurchschnittlich hoch sei.DQ