Empfindlichen Nerv getroffen

Der Trierische Volksfreund erhält wöchentlich viele Leserbriefe. Einer, der gerne schreibt und sich in seinen Zuschriften vor allem mit dem kommunalpolitischen Geschehen befasst, ist der Trierer Hanspitt Weiler.

Dieser Tage hat er seine Meinung zum Thema Aulbrücke bekundet. Dabei hat er scharf das Verhalten der CDU und noch schärfer das der UBM kritisiert. Die Freien Wähler seien lediglich ein "Appendix" der Union und könnten gleich einen "CDU-Beitrittsantrag" stellen. Offensichtlich hat Weiler dabei einen empfindlichen Nerv getroffen. Jedenfalls fand er wenige Tage später in seinem Briefkasten eine Postkarte eines anonymen Verfassers vor. Darin wird er als "Dreckverschleuderer" beschimpft, seine Aussagen seien "gesteuerte Hasstiraden". Der Unbekannte schreibt, der UBM könne er nur raten: "Was juckt es die starke Eiche, wenn sich eine Sau an ihr reibt". Unterschrieben ist die Karte mit dem Namen "Hansschiss Giftundgalle". Hanspitt Weiler betrachtet den "Liebesbrief", wie er dem TV sagt, sehr gelassen. Er will sich auf keinen Fall davon abbringen lassen, weiterhin Leserbriefe zu schreiben. "Recht so!", möchte man ihm zurufen, denn eine Demokratie lebt von der Meinungsvielfalt, und der TV veröffentlicht Zuschriften, sofern sie keine Beleidigungen enthalten oder offensichtlich falsche Tatsachen behauptet werden. Interessant ist der Vorgang vor allem deshalb, weil es nicht der erste dieser Art ist. In der Vergangenheit bekamen bereits andere Leserbriefschreiber Post von anonymen Verfassern, wenn sie in ihren Zuschriften die UBM kritisiert hatten. Wer auch immer diese Unbekannten sind: Höflichkeit zählt offensichtlich nicht zu ihren Tugenden. Sie sollten sich merken, dass solche Aktionen kein Stilmittel der politischen Auseinandersetzung sein dürfen. f.giarra@volksfreund.de