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Ende nach 29 Jahren: Haus Franziskus in Trier schließt - Schwestern-Orden nennt personelle und finanzielle Gründe

Ende nach 29 Jahren: Haus Franziskus in Trier schließt - Schwestern-Orden nennt personelle und finanzielle Gründe

Das Begegnungsforum Haus Franziskus schließt zum 30. Juni seine Pforten. Nach 29 Jahren endet damit in der Christophstraße die Ära eines Vorzeigeprojektes. Der Orden der Waldbreitbacher Franziskanerinnen verweist auf personelle und finanzielle Gründe.

Die Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen kann eine weitere Hiobsbotschaft nicht verhindern. Nach dem Ende der Schwesternstationen in Trier-Ehrang und Merxheim (Kreis Bad Kreuznach) Ende Februar steht nun auch die Begegnungsstätte Haus Franziskus in Trier vor dem Aus. In allen Fällen nennt der Orden dafür personelle Gründe.

Wie Generaloberin Schwester Edith-Maria Magar darstellt, ist die Weiterführung der Arbeit in der Christophstraße in Trier aber auch aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich. "Diese Entscheidung fällt uns nicht leicht, gleichwohl müssen wir die Realitäten, die uns mit unseren Grenzen konfrontieren, ernst nehmen und für unsere Mitschwestern gute Übergänge gestalten." Wie andere Ordensgemeinschaften in Europa litten auch die Waldbreitbacher Franziskanerinnen unter Nachwuchsmangel und Überalterung.

In einem Schreiben, das im Begegnungshaus ausgehängt wurde, sind die Gäste im Haus Franziskus von der bevorstehenden Schließung unterrichtet worden. "Die Betroffenheit ist hier groß", sagt Franz-Josef Euteneuer, der gemeinsam mit den beiden Schwestern Ute Glatz und Antonie Hamm das Haus führt, das 1986 eröffnet wurde. Euteneuer nennt es im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund allerdings auch "ein Mutter-Rosa-Wunder, dass es uns 29 Jahre lange gegeben hat. Jährlich 100.000 Euro minus bei geringen öffentlichen Zuschüssen seien vom Orden nicht mehr zu tragen.

Unweit der Porta Nigra gelegen, bietet das Begegnungsforum in dem unter Denkmalschutz stehenden Haus an fünf Tagen in der Woche die Möglichkeit zur Begegnung, Beratung und Bildung. 20 bis zu 100 Menschen täglich nehmen das Angebot wahr. Vor allem ältere und alleinstehende Frauen und Männer freuen sich über die Möglichkeit zu gemeinsamen Aktivitäten. Generaloberin Schwester Magar bedauert die Notwendigkeit der Schließung: "Uns ist bewusst, dass wir eine Lücke reißen, die so schnell nicht zu schließen sein wird."

Extra Franziskanerinnen Waldbreitbach

Die Gemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen wurde 1863 von Margareta Flesch gegründet, die den Namen Schwester Maria Rosa annahm. Sie wird bis heute als Mutter Rosa verehrt. Ihr Lebensinhalt galt der Betreuung der Armen, Kranken und Wissen. Bis 1878 leitete sie als Generaloberin den Orden. Zu diesem Zeitpunkt waren in 22 Niederlassungen bereits über 100 Schwestern tätig. Mutter Rosa starb am 25. März 1906. Am 4. Mai 2008 wurde sie im Trierer Dom seliggesprochen.
Der Orden gründete 1903 die Marienhaus Kranken- und Pflegeanstalt GmbH, aus der die heutige Marienhaus GmbH Waldbreitbach hervorging. Diese ist einer der größten Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich in Deutschland. r.n.