Endlich mal ein sonniges Stadtfest in Schweich- Tausende verfolgen Umzug am Straßenrand

Endlich mal ein sonniges Stadtfest in Schweich- Tausende verfolgen Umzug am Straßenrand

Bei herrlichem Spätsommerwetter haben die Schweicher und viele Gäste aus nah und fern das Stadtfest 2016 gefeiert. Der gestraffte zeitliche Ablauf - erstmals nur fünf Tage statt vorher acht - hat sich bewährt.

Manchmal ist weniger mehr. Das gilt auch für das größte Fest der Stadt Schweich, das am Donnerstag gestartet war und am heutigen Montag mit dem Markttag des Gewerbeverbands Schweich, einem Spielfest für Kinder und musikalischer Unterhaltung mit der Band California Dream zu Ende geht.

Fünf Tage, drei weniger als bei der Stadtwoche in den vorherigen Jahren, das reicht selbst für "Feierbiester" vollkommen. Die Schweicher Vereine, die für die Ausrichtung des Festes verantwortlich sind, haben diesmal ein Programm auf die Beine gestellt, das viele Geschmäcker bediente. Weinliebhaber, Wanderfreunde, Familien mit Kindern, Jugendliche - alle kamen auf ihre Kosten.

Und endlich hatte auch mal Petrus ein Einsehen mit den Schweichern. Nachdem das letztjährige Fest gehörig ins Wasser gefallen war, gab es diesmal Sonne pur. "Ihr habt den Kaiser Nero", sagte Stadtbürgermeister Lars Rieger beim Fassanstich am Samstag auf dem Synagogenvorplatz zu Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, "und wir haben das Kaiserwetter". Und angesichts der momentanen Turbulenzen ums Stadttheater Trier konnte sich Rieger eine kleine Spitze nicht verkneifen: "Herr Leibe, genießen Sie die Zeit bei uns, hier gibt's wenigstens kein Theater."

Neben Ehrengästen aus der Bundes- und Landespolitik begrüßten Rieger und Moderator Joachim Wagner Weinhoheiten aus Leiwen, Klüsserath, Longuich und Trittenheim. Auch eine Delegation aus Moers am Niederrhein wurde willkommen geheißen. In mehr als 50 Jahren habe sich eine tiefe Freundschaft zwischen Schweich und Moers entwickelt. "Und das ohne Urkunde, vielleicht ist es ja gerade deshalb eine so lebendige Beziehung", sagte Rieger.

Für die erkrankte Schweicher Weinkönigin Kathrin I., deren zweijährige Amtszeit endete, stach die Weinkönigin der Römischen Weinstraße, Fabienne Reis aus Riol, das Weinfass an. Sie wird Schweich im kommenden Jahr auch bei offiziellen Anlässen als Repräsentantin des Schweicher Weins und der sechs Weingüter vertreten. Fabienne war auch schon bei der Weinprobe dabei, die der Verein "Kultur in Schweich" am Freitagabend im Bürgerzentrum präsentierte (siehe Extra).Cabrios und Federvieh


Höhepunkt des Schweicher Stadtfestes war auch diesmal der Festumzug am Sonntagnachmittag. 28 Wagen und Fußgruppen nahmen teil, mehrere Tausend Besucher standen auf dem Weg vom Schwimmbad-Parkplatz bis zum Festplatz an der Richtstraße Spalier und bewunderten Kindergartengruppen, Schulklassen, Vereine, Musikkapellen und Weinhoheiten in schicken Cabrios. Sogar das liebe Federvieh fehlte nicht. Die Gruppe der Molitorsmühle führte Gänse und Enten im Leiterwagen mit.

Premiere beim Stadtfest hatte die Aktion "Schweich zockt" im Bürgerhaus. Jugendliche ab zwölf spielten mit- und gegeneinander am Computer. Hierzu und zur Übergabe der Statue "Mutter Anna" im Schweicher Weinberg Annaberg berichten wir noch gesondert.
volksfreund.de/fotosExtra

16 Weine, ein Fünf-Gänge-Menü und 180 Weinfreunde: Moselweinkönigin Lena Endesfelder und Herbert Becker vom Verein Kultur in Schweich (Foto rechts) moderierten am Freitagabend eine Weinprobe im Bürgerzentrum Schweich. Sie wurde von der Gesangsgruppe Riesling Harmonists umrahmt, für das exklusive Fingerfood zeichnete Küchenchef Dennis Becker verantwortlich. Die Weine von sechs Schweicher Weingütern sind wohl noch nie mit so vielen Fruchtaromen bedacht worden, wie sie Lena Endesfelder in ihrem Repertoire hatte. Die Moselweinkönigin aus Mehring bewirbt sich Ende September um das Amt der Deutschen Weinkönigin.