Endlich wieder freie Fahrt

Kleine Brücke, großer Bahnhof: Fast 100 Gäste, darunter zahlreiche Kommunalpolitiker, wollten Zeuge des "historischen Moments" der Verkehrs-Freigabe werden: Erstmals seit Juni 2005 besteht wieder eine uneingeschränkt befahrbare Direktverbindung zwischen den von Bahngleisen getrennten Stadtteilen Trier-Süd und Feyen-Weismark.

Trier. (rm.) Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani verteilte Marzipan-Schweinchen, CDU-Fraktionschef Bertrand Adams brachte Piccolo-Flaschen mit dem von einer TV-Schlagzeile inspirierten Aufdruck "Die Durststrecke hat ein Ende!" unters Volk. Zur Feier des Tages gab es zudem Gratis-Glühwein. An der Aulstraßen-Brücke herrschte kollektive Freude, denn diese "Bescherung" kommt vielen Menschen zugute.

Provisorium soll kein Dauerzustand werden



Statt, wie ursprünglich vorgesehen, zum Ende der Weihnachtsferien, konnte die provisorische Aulstraßen-Brücke noch 2008 für den Verkehr freigegeben werden. Dass es überhaupt so zügig eine Lösung für eines der gravierendsten Verkehrsprobleme Triers geben könnte, war Anfang 2008 noch nicht abzusehen. Damals stritten sich Kommunalpolitiker und Verwaltung darüber, ob die marode und für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen gesperrte alte Aulstraßen-Brücke (Baujahr 1913) instand gesetzt oder neu gebaut werden sollte. Die Komplett-Sperrung ab April brachte neue Sachzwänge - und eine provisorische Lösung: Eine für sechs Jahre geliehene Behelfskonstruktion stellt die wichtige Verkehrsverbindung im Süden Triers wieder her. Dass die Ersatzkonstruktion eine Woche früher als zunächst geplant freigegeben wurde, sei der guten Zusammenarbeit der Auftragsfirmen und des städtischen Tiefbauamts zu verdanken, betonte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.

Die Ortsvorsteher der Anrainer-Stadtteile - Jutta Föhr (Trier-Süd), Elisabeth Ruschel (Heiligkreuz) und Michael Jacoby (Feyen-Weismark) - zeigten sich erleichtert: Über die Aulstraßen-Brücke fahren täglich 14 000 Autos. Während der Sperrung waren insbesondere die Saarstraße (Trier-Süd) und Heiligkreuz zusätzlich belastet. OB Klaus Jensen und Baudezernentin Kaes-Torchiani bekräftigten, die Stadt wolle aus dem Provisorium keinen Dauerzustand machen. Bis 2014 soll um etwa 20 Meter versetzt eine neue Brücke entstehen. Die ersten Grundstücke seien bereits gekauft und die Bauleitplanung laufe.