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Endlosbaustelle in Trier bringt Eltern auf die Palme

Bildung : Endlosbaustelle bringt Eltern auf die Palme

Der Kita-Erweiterungsbau in Euren sollte schon vor Monaten fertig sein. Einige Eltern fühlen sich nicht ausreichend informiert. Die Grundschule Olewig beherbergt nun Kinder aus Trier-Süd.

Mit dem Bau für die Erweiterung der Kita St. Helena in Euren ist im Oktober 2016 begonnen worden. Doch die geplante Bauzeit von einem Jahr wird sich verdoppeln. Ein Ärgernis ist das nicht nur für die Eltern, deren Kinder seit den Sommerferien mehrere Monate lang mit Bussen zum Ausweichquartier in der Grundschule Olewig gefahren wurden. Auch für den Bauträger, die Stadt Trier, ist das Erweiterungsprojekt eine inzwischen wenig geliebte Baustelle. „Wir rechnen mit der Fertigstellung bis Jahresmitte 2018“, sagt Michael Schmitz, Sprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Umfangreichere Fundamentarbeiten als geplant und Ungenauigkeiten bei der Höhenausführung des mehrgeschossigen Anbaus nennt er als Gründe für die großen zeitlichen Verzögerungen.

Unter anderem passten wegen der aus Sicht der Stadt fehlerhaften Ausführung der Arbeiten bereits fertige Stahlbetontreppen nicht mehr. Sie mussten komplett neu geplant werden. Weil der Anbau vier Zentimeter zu hoch ist, war es zudem schwierig, die barrierefreie Verbindung zum Hauptgebäude zu schaffen.

Zeitliche Verzögerung ja, Verteuerung nein: Die Gesamtkosten von 2,2 Millionen Euro werden laut Aussage von Schmitz nicht überschritten. „Die Mehrkosten, die aufgrund der Höhenproblematik entstanden sind, sollen auf die Projektbeteiligten umgelegt werden.“ Die Stadt sieht die Baufirma und möglicherweise auch Fachplaner in der Verantwortung.

Michael Lehnert, Elternausschuss-Vorsitzender der Kita St. Helena, wird sich über diese klaren Aussagen zu Zeitplan und Ursachen für die Verzögerungen freuen.  „Wir sind natürlich froh, dass die Erweiterung kommt und ab Sommer auch endlich eine Turnhalle für die Kinder zur Verfügung steht. Es wird Zeit, dass die Baustelle endlich fertig ist.“

Weil auch im Altbau Sanierungsarbeiten notwendig waren, vor allem mit Blick auf den Brandschutz, wurde die Kita während der Sommerferien 2017 in die Grundschule Euren ausgelagert. In der letzten Ferienwoche wurde allerdings lediglich für das Erdgeschoss des dreistöckigen Hauses eine Betriebsgenehmigung erteilt, deshalb blieb keine andere Wahl, als drei Kita-Gruppen für längere Zeit in freie Räume der Grundschule Olewig auszulagern (siehe Info).

„Das war auch für die Kinder nicht ganz einfach“, erinnert sich die stellvertretende Elternsprecherin Sarah Rosenkränzer. Ebenso wie Michael Lehnert fühlt sie sich von der Stadt und den beteiligten Ämtern nicht ausreichend informiert. Zwar sei es  Ende September nach einem Elternbrief an den Oberbürgermeister und alle beteiligten Stellen der Stadt  für einige Wochen mit Hochdruck in der Baustelle vorangegangen. „Als es dann im November im Ortsbeirat hieß, nun gehe alles in der Kita wieder seinen gewohnten Gang, haben wir uns aber schon geärgert.“ Nach wie vor müsse das Angebot reduziert werden, vor allem für die Vorschulkinder. Michael Lehnert nimmt die Erzieherinnen in Schutz. „Die müssen hier viel aushalten und bekommen auch noch die Klagen der Eltern zu hören, warum es nicht vorangeht.“

Seit Anfang 2017 ist die Kita ­gGmbH Träger der Einrichtung in Euren. „Wir haben Verständnis für den Ärger der Eltern, da die Baumaßnahme sich bereits über einen längeren Zeitraum hinzieht“, sagt Sprecherin Anke Stadtfeld-Penth. Für die Eltern bestehe allerdings die Möglichkeit zu Teilnahme an Jour-fix-Terminen, um so den Sachstand zum Baufortschritt zu haben. Darauf verweist auch die Stadtverwaltung.

Nach Recherchen unserer Zeitung gibt es allerdings in dieser Hinsicht zumindest ein Missverständnis, seit im Herbst ein Projektsteuerungstermin abgesagt wurde, ohne die Eltern zu informieren.

Nach Auskunft von Rathaussprecher Michael Schmitz will  die Verwaltung nun im direkten Kontakt mit dem Elternbeirat jeden Sitzungstermin absprechen.

Michael Lehnert wird darüber froh sein. „Wir wollen einfach wissen, wie es weitergeht“, sagt der Elternsprecher. Im Blick hat er dabei nicht nur den Neubau und die derzeit improvisierte Feuertreppe am Altbau. Er zeigt auf die Seenplatte, die einmal der Spielplatz war. „Wir haben auch noch rund um die Kita eine große Baustelle, die fertig werden muss.“

 Elternsprecher Michael Lehnert und Stellvertreterin Sarah Rosenkränzer auf der improvisierten Feuertreppe der Kita St. Helena in Euren.
Elternsprecher Michael Lehnert und Stellvertreterin Sarah Rosenkränzer auf der improvisierten Feuertreppe der Kita St. Helena in Euren. Foto: Trierischer Volksfreund/Rainer Neubert

Die Grundschule Olewig beherbergt inzwischen übrigens neue Kita-Kinder. Die kleinen Gäste kommen aus Trier-Süd, wo die Kita Herz-Jesu umfassend saniert und erweitert wird.