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Endspurt auf dem Trierer Weihnachtsmarkt: Noch vier Tage Budenzauber (Video)

Endspurt auf dem Trierer Weihnachtsmarkt: Noch vier Tage Budenzauber (Video)

Vorletztes Jahr herrschte Dauer-Schmuddelwetter, 2015 blieben die französischen Gäste weg. Der Trierer Weihnachtsmarkt 2016 wird, wie sich schon vor Toresschluss abzeichnet, unterm Strich eine deutliche bessere Bilanz erzielen. Der Budenzauber endet am Donnerstag.

Trier. Trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen soll beim Weihnachtsmarkt tatsächlich einmal ein Anflug von Panik geherrscht haben. Panik, zu kurz zu kommen. Es war Montagabend vergangener Woche, als auf dem Hauptmarkt der Glühviez rapide zur Neige ging, aber jede Menge fröhlicher Zecher Nachschlag begehrten. Als die Vorräte tatsächlich zu Ende waren, blieb es trotz einige langer Gesichter aber friedlich. Seit 1980 gibt es den Trierer Weihnachtsmarkt, aber Glühviez, die erhitzte und adventlich gewürzte Variante des Apfelweins, wird in diesem Jahr erstmals angeboten. Mit erstaunlichem Erfolg. "Wir mussten schon drei Mal nachliefern", berichtet Alexander Bohr (42) vom Bohrshof in Welschbillig, der das Getränk produziert. Ihn wundert nicht, dass Glühviez so gut läuft.

Weihnachtsmarkt-Veranstalterin Angela Bruch hingegen schon. Die 46-Jährige hatte erst auf vielfaches und beharrliches Drängen nachgegeben und den Viez ins Sortiment aufgenommen. Von der positiven Resonanz ist sie nun "sehr angenehm überrascht. Damit hätte ich nicht gerechnet".

Weihnachtsmarkt und Apfelwein - das ist keine trierische Erfindung, das gibt es auch in Frankfurt. Dort heißt Viez Äppler. "Der Trierer ist aber etwas besser", findet Sven Schönemann (38) aus Berlin-Köpenick. Den Budenzauber auf dem Hauptmarkt und dem Domfreihof bewertet er als "besonders schön. Stimmige Atmosphäre und tolle historische Kulisse - das findet man nur bei wenigen Großstadt-Weihnachtsmärkten". Ein guter Grund für den Berliner, dort regelmäßig vorbeizuschauen - gerne mit "alten Kumpels" aus Trier und Konz im Schlepptau. Mit der 37. Veranstaltungsauflage sind - im Gegensatz zu den vergangenen Jahren - auch die Marktleute zufrieden. 2014 bremste dauerhaftes Schmuddelwetter in Kombination mit Frühlingstemperaturen die Konsumstimmung, im vergangenen Jahr blieben nach den Terroranschlägen von Paris die französischen Besucher aus, die sonst zu den treuesten Gästen gehören. "Überhaupt herrschte große Verunsicherung. Das haben wir massiv im Umsatz gespürt", bilanziert Werner Weeber (43), der auf dem Domfreihof Kaffee und Kakao anbietet. "Dieses Jahr läuft's gut."

Denn diesmal spielt das Wetter mit. Die bislang vier Regentage werden allgemein von den Geschäftsleuten als "locker verschmerzbar" erachtet. Zumal der diesjährige Markt mit 32 Tagen besonders lang war. Hingegen fällt der Weihnachtsmarkt, der traditionsgemäß am Montag nach Totensonntag beginnt, 2017 (27. November bis 22. Dezember) mit 26 Tagen besonders kurz aus.

Auch in diesem Jahr werden nach einer nächtlichen Abbauaktion die 95 Holzhäuschen und die beiden Karussells am Tag vor Heiligabend von Domfreihof und Hauptmarkt verschwunden sein.

Für Managerin Angela Bruch beginnt nur wenige Tage später ("Erst einmal in Ruhe Weihnachten feiern") schon die Vorbereitung des 38. Weihnachtsmarkts. Das heißt: "Kritisch Bilanz ziehen und schauen, was man noch optimieren kann." Eines steht aber bereits fest: "Glühviez bleibt im Angebot."Extra

Der 37. Trierer Weihnachtsmarkt endet am 22. Dezember. Geöffnet ist er täglich von 10.30 bis 20.30 Uhr, am Donnerstag bis 21.30 Uhr. Letzte Bühnenveranstaltung: Am Dienstag, 18 Uhr, singt der Chor der Kreisverwaltung auf dem Domfreihof.