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Endspurt zu Erzbischof Egbert

Endspurt zu Erzbischof Egbert

TRIER. Die kommenden Tage bieten die letzten Gelegenheiten zum Besuch der Codex-Egberti-Ausstellung in der Stadtbibliothek (Weberbach). Die Sonderschau endet am Sonntag, 8. Januar. "Eine Verlängerung ist nicht möglich", sagt Bibliotheks-Chef Gunther Franz.

Die Schau des Egbert-Codex ist im wahrsten Sinne eine einzigartige Ausstellung: So, wie die Stadtbibliothek einen der größten Schätze Triers präsentiert, wird ihn die Öffentlichkeit so schnell nicht wieder zu Gesicht bekommen. Das mehr als 1000 Jahre alte, handgemalte und -geschriebene und zum Weltdokumentenerbe der Unesco zählende Bilderbuch zum Leben Jesu ist nach umfassender Restaurierung und Digitalisierung derzeit eine auseinander genommene "Lose-Blätter-Sammlung" - die Grundvoraussetzung, um mehr als "nur" ein aufgeschlagenes, aber unberührbares Buch hinter Panzerglas präsentieren können.Bislang mehr als 15 000 Besucher

Aus dem Problem, jeweils immer nur eine Seite der beidseitig bearbeiteten Blätter zeigen zu können, machte die Stadtbibliothek eine Tugend. Sie teilte die Ausstellung in drei Etappen mit jeweils 20 gezeigten Originalseiten auf. Die restlichen Seiten sind in Faksimile-Version zu sehen. Das hochkarätige Werk, angefertigt von Reichenauer Mönchen für den Trierer Erzbischof Egbert (Amtszeit 977 bis 993), entfaltete die erhoffte Anziehungskraft. Seit Eröffnung der Sonderausstellung "Der Egbert-Codex. Das Leben Jesu - ein Höhepunkt der Buchmalerei vor 1000 Jahren" vor gut acht Monaten pilgerten bislang mehr als 15 000 zahlende Besucher in die Schatzkammer der Stadtbibliothek (Weberbach 25), 2600 davon im Dezember. Wer sich den raren Anblick nicht entgehen lassen will, hat noch bis einschließlich Sonntag, 8. Januar, Gelegenheit zur Besichtigung. Die Ausstellung ist jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die letzte Führung wird am Sonntag, 15 Uhr, angeboten. Zum Abschluss steht am Montag, 19 Uhr, eine Finissage im Lesesaal der Stadtbibliothek auf dem Programm. "Eine Verlängerung der Ausstellung ist vor allem aus konservatorischen Gründen nicht möglich", bedauert Bibliotheks-Direktor Gunther Franz. Der Codex wird in den kommenden Wochen wieder zusammengesetzt und wandert dorthin, wo er traditionell aufbewahrt wird: in den Tresor.Bundespräsident kommt später

Von dort wird er möglicherweise 2007 wieder hervorgeholt, um ihn Bundespräsident Horst Köhler zu zeigen. Köhler ist Schirmherr der Codex-Ausstellung, fand aber keinen Termin zum Trier-Besuch. Das will er spätestens im kommenden Jahr nachholen: Der Bundespräsident hat auch die Schirmherrschaft über die Landesausstellung "Konstantin der Große" (2. Juni bis 4. November 2007) übernommen. So ganz verschwindet der Egbert-Codex jedoch nicht aus dem Normalverbraucher-Blickfeld. Die parallel zu Original präsentierten Faksimile-Tafeln, Vergrößerungen ausgewählter Miniaturen sowie die "virtuellen" Faksimile (via CD-ROM) will die Stadtbibliothek weiterhin in ihrem Wechselausstellungsraum zeigen.