Engagierte Ehranger starten Hilfsprojekt

Engagierte Ehranger starten Hilfsprojekt

Für 15 Schüler der Ehranger Realschule plus ist die Entfernung von mehr als 10 000 Kilometern bis ins gebeutelte Somalia nicht unüberwindbar. Sie unterstützen mit ihrer Projektarbeit eine Schule in dem völlig verarmten Land. Über das Elend dort informierte sie eine Ärztin, die größtenteils in Afrika arbeitet.

Trier-Ehrang. Theresia Pellio, promovierte Chirurgin aus Edinger-Eller an der Mosel, arbeitet seit 1997 in Afrika. Sie kennt die schwierigen Verhältnisse in Somalia, "einem Land, das seit 20 Jahren keine Regierungsstrukturen hat, keine Schulen, keine Geschäfte, keine Banken, keine Hilfsorganisationen. Da ist einfach nichts! Viele Menschen trinken Salzwasser."
Ein Lehrer für 300 Kinder


Die Situation sei gefährlich in Somalia, ein Kollege sei ermordet worden. Pellio steht in Kontakt zu einem in Frankfurt lebenden Exilsomalier, der Hilfsprojekte in seiner Heimat fördert. Dazu gehört eine Schule im südsomalischen Gududay, in der rund 300 Kinder von einem einzigen Lehrer und einigen Erwachsenen ohne Gehalt unterrichtet würden. Mit 250 Euro unterstützt die Klasse 7bH der Ehranger Realschule plus nun diese somalische Schule.
Seit den Sommerferien arbeiten die zwölf- bis 14-Jährigen an ihrem Somalia-Projekt, einer von mehreren Aktionen in der Ehranger Unesco-Schule. Man habe sich bewusst für Somalia entschieden, sagt Schüler Rico. "Das kennen wir ja schon aus dem Fernsehen."
Monatelang gingen die Schülerinnen und Schüler engagiert auf Spendensuche. Beim Ehranger Markt und auf der Pfalzeler Kirmes baten sie mit Plakaten und Bildern um Geldspenden. "Da haben manche komisch geguckt. Andere aber haben sich gefreut, dass wir so sozial sind, und haben Geld gespendet!", berichtet die 13-jährige Romana.
Mit der Motivation gab es offenbar keine Probleme. Informationen über die katastrophalen Lebensumstände fanden die Ganztagsschüler bei ihrer Recherche im Internet. "Erschreckend" findet Katja (13) entsprechende Bilder, auf denen "Kinder abgemagert und fast im Sterben liegend" zu sehen sind. Mit Kuchenverkäufen konnten die Jugendlichen schließlich 250 Euro zusammenbringen.
"Es ist wichtig, für die Not anderer Menschen in der Welt zu sensibilisieren und mit begrenzten Mitteln Großes zu leisten", sagt der betreuende Lehrer Michael Schwarz.
Nun hofft die Klasse, per Mail Kontakt zu dem somalischen Lehrer aufzunehmen und "aus dem Kleinprojekt vielleicht ein Großprojekt zu machen", meint Schwarz. "Es ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber auch ein Denkanstoß."

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