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Engagierte Katholikinnen diskutieren online über die Rolle der Frau

Glaube : Für Gleichberechtigung weiter kämpfen oder nicht?

Bei „Gott und die Welt @home“ haben engagierte Katholikinnen über die Rolle der Frau diskutiert.

Welche Position Frauen in der katholischen Kirche haben oder haben sollten, beschäftigt viele Hauptamtliche und Laien. Auch die Reihe „Gott und die Welt @home“ der Jugendpastoral im Bistum Trier hat das kontroverse Thema aufgegriffen und zum digitalen Austausch eingeladen. Viele der rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer betraf das Thema persönlich. Denn der Einladung, ihre Erfahrungen, Wünsche und Meinungen zu teilen, folgten vorwiegend junge, in der Kirche engagierte Frauen. Sie diskutierten unter dem Motto: „Frauen in der Kirche und was Frauen in der Kirche hält. Wo haben Frauen (und queere Menschen) in der Kirche ihren Platz und warum sind sie Männern nicht geleichgestellt?“. Als besonderer Gast nahm Schwester Scholastika Jurt an dem Gespräch teil. Sie ist Generaloberin der Arenberger Dominikanerinnen und Delegierte im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ des Synodalen Wegs der Deutschen Bischofskonferenz.

In der Diskussion wurde der Unmut darüber deutlich, dass Frauen in der katholischen Kirche anders gesehen und behandelt werden als ihre männlichen Kollegen. So dürfen Theologinnen keine Weihe zur Diakonin oder zur Priesterin empfangen, auch wenn sie die gleichen Qualifikationen wie ihre männlichen Kollegen aufweisen. Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer kritisierten, dass selbst im Ehrenamt Frauen zu wenig Verantwortung übertragen werde und sie auf Aufgaben wie Kochen, Putzen oder Schmücken reduziert würden.

Schwester Scholastikas Überlegung, „etwas ganz Neues zu denken, was Frauen und Queere in die Kirche besser integriert: eine neue Art von Priesteramt“, löste eine Debatte unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Vor allem störte es einige aus der Gruppe, dass dadurch nur neue Unterschiede kreiert würden und es so nicht zu einer wirklichen Gleichberechtigung komme. Diese könne nur gelingen, wenn alle Rollen, Funktionen und Ämter unabhängig vom Geschlecht besetzt würden. Nicht mehr Männer sollten darüber entscheiden, welche Positionen Frauen in der katholischen Kirche innehaben dürfen. Trotz dieser Einschränkungen kommt für die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht in Frage, aus der katholischen Kirche auszutreten. Sie sei mehr als nur die Institution, und es lohne sich zu kämpfen und nicht aufzugeben, betonten die jungen Männer und Frauen.

Das nächste digitale Treffen von „Gott und die Welt @home“ ist am Mittwoch, 4. November, zum Thema Organspende. Anmeldung und weitere Infos dazu unter www.jugend-bistum-trier.de/angebote/aktionen-und-projekte/gott-und-die-welt-home/, per E-Mail an ­jugend@bistum-trier.de oder unter Telefon 0651/9771206.