NAtur: Entdeckungsreise auf dem Trittenheimer Fährfels

NAtur : Entdeckungsreise auf dem Trittenheimer Fährfels

Wie der „Leuchtpunkt der Artenvielfalt” filmisch in Szene gesetzt wird. Eine Naturfachfrau und Kinder sind die Hauptdarsteller.

(red) Warum zeigt der Trittenheimer Fährfels manchmal ein goldenes Gesicht? Warum fühlen sich ausgerechnet dort im Steilhang Pflanzen, Tiere – und manchmal auch Menschen – so wohl? Antworten auf diese Fragen gibt es nun auch in bewegten Bildern in einem Film, den das Team vom Projekt „Lebendige Moselweinberge” des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel in Auftrag gegeben hat (www.lebendige-moselweinberge.de/leuchtpunkte.html)

Die Premiere pünktlich zum Auftakt des Trittenheimer Weinstraßenfestes am 23. August war gelungen. Es gab im Bürgerzentrum viel Applaus für die lehrreiche und unterhaltsame Leinwand-Reise zum Leuchtpunkt der Artenvielfalt. Aus kindlicher Begeisterung für die Natur wachsen Achtung und Respekt vor ihr – davon ist die Naturerlebnisbegleiterin Marlene Bollig aus Trittenheim überzeugt. Deshalb gibt sie ihr Wissen über den Trittenheimer Fährfels nicht nur gerne an Erwachsene weiter, sondern auch an Kinder. Gemeinsam mit Helena, Sofia, Lotta, Clara-Marie, Marla, Julius und Joscha geht Marlene Bollig im Film auf Entdeckungsreise. Mit dabei ist auch Bernhard Schmitt, der zeigt, wie das Einschienenbähnchen den Winzern seit ein paar Jahren die Arbeit im Steilhang erleichtert.

Für das Video der Filmemacher Anja Freyhoff und Thomas Ullmann mussten Marlene Bollig und ihre jungen Entdecker jedoch den klassischen Weg nehmen: Dort, wo früher die Fähre anlegte, ging es über das „Wingertspedchen” und eine Treppe mit 115 Stufen hoch hinauf zu den bekannten Weinbergslagen Trittenheimer Apotheke und Trittenheimer Leiterchen.

Was im Film so kinderleicht aussieht, war bei den Dreharbeiten eine anstrengende und schweißtreibende Angelegenheit. „Bei über 30 Grad im Schatten wurde fünf Stunden gedreht. Wir sind die Treppen mehrmals rauf- und runtergelaufen. Die Kinder waren tapfer”, lobt Marlene Bollig.

Das Ergebnis jedenfalls kann sich sehen lassen. Im Dialog mit den Kindern und dank beeindruckender Bilder wird schnell deutlich, dass dieser Felsen auf der gegenüberliegenden Seite von Trittenheim aus gutem Grund 2017 vom DLR Mosel als „Leuchtpunkt der Artenvielfalt” ausgezeichnet wurde. Erst kürzlich habe sie dort zwei Schmetterlinge gesehen, die auf der roten Liste stünden. Bollig: „Es ist der Schiefer, und es sind die Mauern, die ihre Wärme großzügig mit Pflanzen und Tieren teilen.” Nicht zuletzt der Wein schätzt die Sonnenlage. Wurzelechte Reben wachsen und gedeihen prächtig.

Beigeistert von der Artenvielfalt in Trittenheim und Umgebung ist auch Margarethe Hermen. Mit 19 Jahren ist sie aktuell die Jüngste, die beim DLR die Schulung zur Naturerlebnisbegleiterin absolviert hat. In die Broschüre „Großes Mausohr trifft Fetthenne” hat sie ihre Erkenntnisse einfließen lassen. Großes Mausohr heißt die in Rheinland-Pfalz streng geschützte Fledermausart, die ihre Wochenstube im Brückenkopf der ersten Trittenheimer Brücke eingerichtet hat.