Ente weg und Bäume am Boden

TRIER. Sturmschäden hielten an Allerheiligen die Feuerwehren in und um Trier in Atem. Den Windböen fielen am frühen Nachmittag mehrere Bäume zum Opfer und blockierten Straßen. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Allerheiligen begann für die Berufsfeuerwehr, wie man es von einem Feiertag erwarten kann: ziemlich ruhig. Selbst der erste vermeintliche Einsatz entpuppte sich als "Ente". Der gegen 11 Uhr zwecks Rettung einer verletzten Ente, die Spaziergänger gesehen hatten, in Richtung Staustufe aufgebrochene Trupp kehrte unverrichteter Dinge wieder zurück: Das Federvieh hatte sich aus dem Staub gemacht. Am frühen Nachmittag aber kam der Herbststurm, und dann ging es rund. Die Alarmmeldungen kamen aus allen Ecken des Stadtgebiets, wie Feuerwehr-Chef Herbert Albers-Hain am Donnerstag bilanzierte. In der Egbertstraße (Gartenfeld) war eine rund 80 Jahre alte und unter Naturschutz stehende Akazie abgebrochen und hatte einen parkenden Personenwagen total und einen weiteren leicht beschädigt sowie einen Vorgarten verwüstet. Die Berufsfeuerwehr, die in solchen Fällen ("weil da das notwendige Werkzeug an Bord ist") mit Löschfahrzeugen ausrückt, zersägte den abgebrochenen Riesen und machte den Weg wieder frei. Gleiches galt für eine alte Weide, die der Herbststurm nahe der Gehörlosenschule (Stadtteil Tarforst) gefällt hatte. Ebenfalls eine Weide hatte es in der Ehranger Servaisstraße erwischt. Der abgebrochene Teil stürzte in die Böschung und beschädigte zudem eine Stromleitung. Der Löschzug Ehrang beseitigte die Gefahr. Die Berufsfeuerwehr, die noch einige kleinere Einsätze verzeichnete, sprach gestern von einem "nicht außergewöhnlichen und gut regelbaren" Arbeitstag: "Echter Stress ist erst dann, wenn wir noch zehn Löschzüge alarmieren müssen." "Umstürze" auch im Kreisgebiet: In der Stauseestraße in Riveris und auf der Kreisstraße 147 zwischen Kanzem und Wiltingen blockierten jeweils mehrere Bäume die Fahrbahn und riefen die örtlichen Feuerwehren auf den Plan. Eines hatten die Sturmschäden in Stadt und Land gemeinsam: Verletzte waren nicht zu beklagen. Rettungstrupps kamen erst wieder ab dem späten Abend zum Einsatz. Gegen 23.35 Uhr war in der Trierer Straße in Waldrach ein 27-Jähriger mit seinem Auto nach links von der Fahrbahn abgekommen und mit mehreren Begrenzungssteinen zusammengeprallt. Dann überschlug sich das Auto und rutschte auf dem Dach über die Fahrbahn. Die Polizei geht von zu hohem Tempo als Unfallursache aus. Das DRK Schweich brachte den verletzten Fahrer ins Ehranger Marienkrankenhaus. Ebenfalls einen Verletzten forderte der Zusammenstoß eines Lieferwagens mit einem Pkw am Donnerstag um 10.20 Uhr am westlichen Kopf der Konrad-Adenauer-Brücke. Laut Polizeibericht hatte die 35-Jährige am Steuer des Lieferwagens die Vorfahrt des PKW missachtet. Dessen Fahrer brachte die Berufsfeuerwehr per Rettungswagen ins Krankenhaus. Der an den Autos entstandene Schaden beträgt rund 8000 Euro.

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