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Entlastung für Ehrangs Mitte - Erste Arbeiten zur Verlegung der B 422 ausgeschrieben

Entlastung für Ehrangs Mitte - Erste Arbeiten zur Verlegung der B 422 ausgeschrieben

Häuser mussten abgerissen werden, ein Wassergraben wird verlegt und eine Flugschneise für Fledermäuse gebaut: Nach jahrzehntelanger Planung sollen die Bauarbeiten für die neue Trasse der Bundesstraße 422 bei Ehrang im Oktober beginnen.

Trier-Ehrang. Die Brandruinen der alten Blumenfabrik an der Friedhofstraße sind schon vor Jahren abgerissen worden. Auch die bis dato teilweise noch bewohnten Gebäude an der Marienfeldstraße mussten der geplanten neuen Trasse der Bundesstraße 422 bereits weichen. "Und jetzt - wo auch der Zuschussbescheid von Land und Bund vorliegt - können wir endlich richtig loslegen!", freut sich Triers Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.
Unter ihrer Federführung wird umgesetzt, was die Stadt seit Ende der 1960er plant: die Verlegung der B 422 aus dem Ortskern von Ehrang Richtung Kyll. Weniger Verkehr im Ort, Supermarkt, neue Gewerbeflächen und Wohnungen links und rechts der neuen Trasse und deren Anbindung an die Kyllstraße per Kreisverkehr: "Ich bin mir sicher, dass diese Änderungen den Stadtteil Ehrang stärken werden", sagt Kaes -Torchiani. Ende 2015 sollen die Bauarbeiten fertig sein, aufgeteilt sind sie in drei Abschnitte:

Verlegung des Mühlengrabens: Der Mühlengraben führt das Wasser der Kyll zu einem Turbinenhaus, das Strom erzeugt. Der private Besitzer hat das Recht, dass das Turbinenhaus erhalten bleibt. Um Platz für die neue Trasse zu schaffen, wird der Mühlengraben deswegen Richtung Kyll verlegt. Der alte Graben wird nicht nur aufgefüllt. Das Erdniveau wird dort sogar angehoben. Der Damm, über den die neue B 422 führen wird, dient dann auch als Hochwasserschutz.
Nachdem Bund und Land Ende Mai offiziell zugesagt haben, die Verlegung der B 422 zu unterstützen (siehe Extra), konnten die Arbeiten zur Verlegung des Mühlengrabens europaweit ausgeschrieben werden. Nach Einhaltung aller Fristen sollen die Bauarbeiten im Oktober 2013 beginnen und im April 2014 abgeschlossen sein.

Neue Trasse: Statt durch den Ortskern wird das neue Teilstück der B 422 von der Kyllstraße bis zum Mühlengraben über das Gelände der ehemaligen Seifer-Mühle führen. Im zweiten Bauabschnitt, voraussichtlich von Februar 2014 bis November 2015, soll diese Trasse gebaut werden. Sie verläuft zwischen dem Ex-Verwaltungsgebäude der Mühle und der alten, denkmalgeschützten Seifer-Villa hindurch. Auf dem zwischen neuer Trasse und altem Ortskern gelegenen Areal des Mühlengeländes sollen nach Vorstellungen der Stadtverwaltung ein Gebäudekomplex mit Supermarkt und Wohnungen entstehen, auf dem übrigen ehemaligen Mühlengelände sich Gewerbe- und Dienstleister ansiedeln (der TV berichtete, siehe Grafik).

Ausbau der alten Trasse: Zwischen Mühlengraben und Friedhofsstraße bleibt die B 422 auf ihrer bisherigen Trasse, wird allerdings ausgebaut und - zum besseren Schutz vor Hochwasser - höher gelegt. Diese Arbeiten sind von Juli 2014 bis September 2015 vorgesehen.
"Bis Dezember 2015 sollen dann alle Restarbeiten abgeschlossen und die neue B 422 fertig sein", prognostiziert Wolfgang van Bellen, Chef des Trierer Tiefbauamts. Zur neuen Fahrbahn gehören auch Radwege an beiden Straßenrändern. Außerdem wird die Trasse von vier größeren, mit Bäumen bepflanzten Mittelinseln geteilt. Diese sollen nicht nur Fußgängern den Weg zur Kyll erleichtern, auch Fledermäuse gewähren sie eine grüne Flugschneise über die neue Straße.Extra

Finanzen: Die Verlegung der B 422 aus dem Ortskern Ehrangs heraus kostet inklusive aller vorbereitenden Arbeiten 7,5 Millionen Euro. Davon übernehmen Bund und Land vier Millionen Euro (davon 1,5 Millionen Euro Städtebaumittel und 2,5 Millionen Euro Straßenbaumittel). 3,5 Millionen zahlt die Stadt Trier. Verkehr: Wie der Verkehr an der Baustelle vorbeigeleitet wird, wenn die bestehende Trasse der B 422 zwischen Friedhofstraße und Mühlengraben ausgebaut wird, steht noch nicht fest. "Ganz ohne Vollsperrung werden wir bei manchen Arbeiten wohl nicht auskommen", schätzt Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen. woc