Entscheidung zwischen Kopf und Bauch

Entscheidung zwischen Kopf und Bauch

Das Schulentwicklungskonzept hat im Ortsbeirat Trier-Nord für eine heiße Diskussion in Anwesenheit von Bürgermeisterin Angelika Birk sowie Vertretern der Martin-Grundschule gesorgt. Am Ende ist es mit knapper Mehrheit angenommen worden.

Kann sie nun erhalten werden oder nicht? Die Martin-Grundschule im Maarviertel war Thema im Ortsbeirat Trier-Nord, der über das Schulentwicklungskonzept abstimmte. TV-Foto: Dorothee Quaré.

Trier-Nord. Werden nördlich der Porta bald zwei Grundschulen weniger für die Kinder existieren? Das Schulentwicklungskonzept, das unter anderem die Schließung der Martin- und der Kürenzer Grundschule vorsieht, war Hauptthema im Ortsbeirat Trier-Nord.
Zu Gast war Bürgermeisterin Angelika Birk, die feststellte: "Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass das Konzept nicht oder nur mit Änderungen beschlossen wird." Am 14. März werde der Stadtrat darüber entscheiden. Innerhalb von fünf Jahren sollen 40 Millionen Euro für "zukunftsfähige Schulen" investiert werden: "Wir müssten eigentlich das Doppelte haben", sagte Birk.
Die Martin-Grundschule wird im Konzept als nicht zukunftsfähig angesehen: Sie sei dringend renovierungsbedürftig und zudem überfüllt, da von den 139 Schülern 33 aus dem Bezirk Ambrosius und 18 aus weiteren Bezirken stammten. In Zukunft sollten die Schüler aus dem Bezirk Martin entweder nach Ausonius oder in die mit Mitteln aus Mainz aufwändig renovierte Ambrosius-Grundschule gehen.
Matthias Melchisedech (CDU) stellte fest: "Im Maarviertel sind dann drei Schulen zu - Paulin, Geschwister Scholl und Martin." Dadurch setze man die Kooperation mit dem Hort im Brüderkrankenhaus aufs Spiel. Der Fußweg zur Ambrosius-Grundschule sei weit und gefährlich für die Kinder, argumentierte er weiter, eine vierzügige Grundschule zu groß und unpersönlich.
Rainer Landele (Grüne) wandte sich gegen eine Stigmatisierung der Ambrosius-Schüler; so sei in den Medien etwa von "erzwungener sozialer Durchmischung" die Rede gewesen. Markus Nöhl (SPD) sprach sich für einen effizienten Einsatz der vorhandenen Mittel aus. Diese müssten konzentriert und die Schulstandorte reduziert werden.
"Wir werden auf absehbare Zeit kein Geld für Martin bekommen", bestätigte Angelika Birk. Einer der Vorschläge der CDU war daher der Verkauf des vorderen Schulhof-Bereiches, um Gelder für die Sanierung zu erhalten. Am Ende wurde das Konzept mit sieben zu sechs Stimmen angenommen - zur Enttäuschung der anwesenden Vertreter der Martin-Grundschule. "Es war eine schmerzliche Entscheidung zwischen Kopf und Bauch", stellte Ortsvorsteherin Maria Duran- Kremer fest. Denn Trier-Nord könne durchaus zwei Grundschulen gebrauchen.
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Ampelanlage Kloschinskystraße/Maarstraße, die trotz vielfältiger Proteste im April abgebaut werden soll. Messungen hätten keine Gefahr für die die Straße querenden Kinder ergeben.
900 Euro aus dem Ortsbeiratsbudget erhält die Awo Trier-Nord, die einen Busausflug für Senioren anbieten möchte. Mit 2500 Euro wird die Weiterführung der Hausaufgabenhilfe des Exhauses unterstützt, an der mehr als 20 Kinder und Jugendliche teilnehmen. DQ

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