Enttäuschung und Kampfgeist

Bei der abgesagten Inszenierung "NeroHero" in Trier hätten auch 100 Laientänzer mitgemacht. Während unter ihnen die Enttäuschung groß ist, herrscht bei einem Konzertveranstalter Verwunderung.

Trier. Waltraud Körver, Tanzdramaturgin des Theaters Trier, ist seit November 2014 mit der Inszenierung "NeroHero" vor der Porta Nigra als Teil des Mosel Musikfestivals befasst. Zusammen mit dem künstlerischen Leiter und Intendanten Karl Sibelius entwickelte sie Team und Struktur des ambitionierten Open-Air-Projekts. Choreograph Cesc Gelabert, Regisseur Bernd Liepolt-Mosser, die Band naked lunch, Videokünstler Philip Kandler - alle schauen nach der überraschenden Absage wegen finanzieller Unwägbarkeiten (TV vom 7. April) in die Röhre. Das Gleiche gilt für Sänger, Schauspieler, Tänzer - und die 100 mitwirkenden Laien. "Zwei dieser Tanzgruppen proben seit Februar, drei weitere sollten im April dazukommen", sagt Waltraud Körver. "Die Absage hat sie sehr betroffen gemacht. Kinder von der Karnevalsgesellschaft Rote Funken haben fast geweint."
Das Ziel, neues Publikum zu gewinnen, bestehe fort, betont Körver kämpferisch: "Weitere Projekte mit Bürgern sind machbar und wünschenswert."
Geschäftsführer Oliver Thomé vom Trierer Veranstalter Popp Concerts hat sich als Branchenkenner bei "NeroHero" Gedanken gemacht. "Eine Veranstaltung vier Monate vorher abzusagen, bei der noch kein Marketing ins Laufen gekommen ist, wundert mich. Die Leute wussten doch noch gar nicht, was sie erwartet. Solche Absagen verunsichern Kunden." Für die neuartige Show "Planet Erde" sei der Vorverkauf zunächst schleppend gelaufen, doch gestern Abend seien 3000 Besucher in die Arena Trier geströmt. Auch die Premiere des Spektakels Porta hoch drei sei erfolgreich gewesen: "Angebot und Vermarktung müssen stimmen." cus