Entwarnung in der Olewiger Straße

Entwarnung in der Olewiger Straße

Keine Baustellen-Ampel in der Olewiger Straße: Die Stadtwerke wollen ihre Leitungsarbeiten so fortsetzen, dass der Verkehr zwischen den Einmündungen Hermes- und Charlottenstraße weiterhin zweispurig fließen kann. Eine einspurige Verkehrsführung hätte weitreichende Folgen.

Trier. Für viele Verkehrsteilnehmer war es eine echte Horrornachricht. In der vergangenen Woche hatten die Stadtwerke (SWT) verkündet, ihre Leitungserneuerungen in der Olewiger Straße quasi unter verschärften Bedingungen fortzusetzen. Der Plan: In den beiden noch ausstehenden Bauabschnitten zwischen den Einmündungen Charlotten- und Hermesstraße sollte der Verkehr zwei Monate lang nur noch einspurig fließen, geregelt per Baustellenampel.
Täglich 26 400 Autos


Am Montag ruderten die Stadtwerke zurück: "Es bleibt bei zweispuriger Verkehrsführung", erklärte Pressesprecher Carsten Grasmück. Der Sinneswandel sei das Ergebnis eines Abstimmungsgesprächs mit der Stadt und dem SWT-Verkehrsbetrieb.
Es ist auch ein Sieg der Vernunft. Seit vier Wochen laufen die Leitungsarbeiten in der unteren Olewiger Straße. Der frisch fertiggestellte Abschnitt Nummer eins (zwischen Verkehrskreisel Kaiserthermen und Charlottenstraße) ging bereits mit langen Staus für den Verkehr aus Richtung Olewig einher.
Stadtbusse hätten in Hauptverkehrszeiten Verspätungen von "20 Minuten und mehr" eingefahren, sagt SWT-Verkehrschef Frank Birkhäuer. Und das war lediglich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was passieren würde, wenn Autos und Busse nur noch einspurig die Baustelle passieren könnten. Eine Ampelregelung würde auch Staus im Alleenring produzieren und damit den gesamten City-Verkehr beeinflussen. Die "Olewiger" ist eine der meistbefahrenen Straßen Triers; zwischen Amphitheater und Kaiserthermen-Kreisel rollen laut einer Zählung von 2010 werktäglich rund 26 400 Kraftfahrzeuge - 1600 mehr als auf der Bitburger Straße zwischen Fachhochschule und Kaiser-Wilhelm-Brücke.
Der Verzicht auf die Ampel macht die Arbeiten allerdings komplizierter und teurer. Für den morgen, Mittwoch, beginnenden zweiten Abschnitt zwischen Charlotten- und Wilmowskystraße wird die Verkehrsinsel in Höhe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums abgebaut, um so Platz für die zweite Fahrspur zu gewinnen. Das letzte Teilstück zwischen Wilmowsky- und Hermesstraße (Egbert-Grundschule) ist laut SWT-Sprecher Grasmück in den Herbstferien an der Reihe: "Um die Arbeiten zu beschleunigen, bauen wir dort auch am Wochenende und teilweise nachts." Möglicherweise werde es sich nicht vermeiden lassen, in manchen Wochenend-Nächten eine Ampel einzusetzen, da das Leitungssystem in Höhe des Fußgängerüberwegs die Olewiger Straße kreuzt. Ab Mitte Oktober soll der Verkehr wieder normal fließen. Ursprünglich hatten die Stadtwerke die Kosten ihres Leitungssanierungsprojekts an der Olewiger Straße auf rund 160 000 Euro beziffert. Wegen der Extra-Schichten und der Aufrechterhaltung der Zweispurigkeit werden einige Zehntausend Euro dazu kommen.