Entwarnung nach 90 Minuten

Eine Bombendrohung sorgte gestern Vormittag beim Supermarkt Ratio an der Zurmaiener Straße für helle Aufregung. Nach rund zwei Stunden gab die Polizei Entwarnung.

Trier. "Um 11 Uhr wurden wir an der Information angerufen. Der Mann mittleren Alters drohte damit, um 12 Uhr eine Bombe hochgehen zu lassen", sagt Volker Schneider. Der Haustechniker des Ratio-Supermarktes an der Zurmaiener Straße steht nun zusammen mit vielen Kollegen und einigen Kunden in der Kälte in Mosel-Nähe.Kurz nach dem Anruf habe man die Polizei informiert. "Wir wissen von nichts. Um kurz nach halb zwölf wurden wir gebeten, den Markt zu verlassen", sagt Lothar Müller, der in der Metzgerei arbeitet. Wie er müssen auch die komplette Belegschaft und alle Kunden - nach Polizeiinformation rund 550 Menschen - das Gebäude verlassen. Gegen 11.50 Uhr ist der Markt menschenleer. Auch der Parkplatz wird zum Teil gesperrt. Fahrradfahrer werden vom angrenzenden Radweg verwiesen, die Zurmaiener Straße bleibt jedoch für den Verkehr geöffnet.

Banges Warten: Gibt es eine Explosion?

Bibbernd steht auch Sabrina Lauterborn vom Friseur "X-Press" auf dem Parkplatz. "Eine ältere Kundin hatte noch Lockenwickler in den Haaren. Wir haben ihr gesagt, dass es nur eine Übung sei, um sie nicht zu verängstigen", sagt die stellvertretende Filial-Leiterin. "Mir war allerdings auch ganz mulmig", berichtet Azubi Linda Choi. Sie informierte die Mitarbeiter des Mobilfunkladens. "Die haben noch munter weiter gearbeitet. Ansonsten lief alles sehr reibungslos." Das bestätigt auch Markt-Leiter Karl Josef van Kampen: "Alles verlief sehr ruhig und schnell, wofür uns die Polizei gelobt hat. Aber auch deren Einsatz war perfekt." Den wirtschaftlichen Schaden für die rund 90 Minuten Umsatz-Einbuße beziffert er auf circa 3000 Euro. Während sich zahlreiche Mitarbeiter in die anliegenden Restaurants bewegen, verstreicht das Ultimatum. Um 12 Uhr gibt es keine Explosion, auch nicht danach. Gegen 12.30 Uhr treffen erste Bombenspürhunde ein, eine Viertelstunde später durchsuchen sie das Gebäude. Einen Sprengsatz finden sie jedoch nicht. "Um 13.15 Uhr haben wir den Markt wieder geöffnet", sagt van Kampen. Insgesamt war der Einsatz um 13.30 Uhr beendet.

Auf den Anrufer - laut Polizei ein älterer Mann mit Trierer Dialekt - wartet nun ein Verfahren wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten". Bis zu drei Jahren könnte er für seinen Scherz hinter Gitter wandern. Zudem kann Ratio seinen Schaden gegen ihn geltend machen. Auch die Einsatzkosten dürften im Falle einer Verurteilung auf ihn zukommen. Extra 11 Uhr: Ein anonymer Anrufer meldet sich beim Ratio-Markt und verkündet für 12 Uhr die Explosion einer Bombe. Die Polizei wird verständigt. 11.40 Uhr: Belegschaft und Kunden verlassen das Gebäude. 11.50 Uhr: Die letzten Menschen verlassen den Supermarkt. Die Polizei sperrt auch den Parkplatz teilweise. 12 Uhr: Keine Explosion. 12.31 Uhr: Die ersten Bombenspürhunde treffen ein, betreten jedoch nicht den Markt. 12.45 Uhr: Haustechniker Volker Schneiderund zwei Polizisten gehen in das Gebäude und kehren kurz danach zurück. 12.49 Uhr: Zwei weitere Hunde treffen ein, die nun auch das Gebäude betreten. 13.15 Uhr: Entwarnung: Die Mitarbeiter kehren zurück an ihren Arbeitsplatz. Kunden betreten wieder den Markt.