Er macht den besten süßen Wein: Leiwener Winzer Nik Weis erhält seltene Auszeichnung

Er macht den besten süßen Wein: Leiwener Winzer Nik Weis erhält seltene Auszeichnung

Noch sind nicht alle Trauben des aktuellen Jahrgangs im Keller. Das bedeutet viel Arbeit für Winzer wie Nik Weis. Doch der Leiwener hat sich am Donnerstag trotzdem die Zeit genommen, um nach Mainz zu fahren. Denn dort ist ihm ein Titel zuteil geworden, der so etwas wie einem Ritterschlag für Winzer gleichkommt.

Leiwen. Hier eine Kammerpreismünze, da ein Weinsiegel, Großer Ring, VDP und klitzekleiner Ring. Beim Wein gibt es einen für den Laien undurchdringlich scheinendes Sammelsurium an Bezeichnungen. Doch es gibt zwei Auszeichnungen, die aufhorchen lassen und die dem Konsumenten die Gewissheit vermitteln, dass es sich um einen besonders guten Wein handeln muss.
Vor allem zwei Weinführer gelten als richtungweisend. Da gibt es einerseits den Gault&Millau-Weinguide. In dem sind in der vergangenen Woche Hans-Joachim Zilliken und seine Tochter Dorothee vom Saarburger Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken als Winzer des Jahres ausgezeichnet worden (der TV berichtete).
Und dann gibt es noch die Auszeichnungen im Weinführer Eichelmann (siehe Extra), die ebenfalls so etwas wie einen Ritterschlag für Winzer bedeuten. Für die beste süße und edelsüße Kollektion ging die Auszeichnung im neuen Weinführer an das Weingut St. Urbans-Hof in Leiwen, das von Nik Weis und seiner Frau Daniela geführt wird.
Eichelmann-Herausgeber Gerhard Eichelmann hat Nik Weis kürzlich angerufen und über die bevorstehende Ehrung als Weingut des Jahres informiert. "Das hat mich sehr gefreut. Man sitzt ja nicht den ganzen Tag rum und wartet, dass sich jemand wegen einer Auszeichnung meldet." Man erledige seine Arbeit wie gewohnt, und wenn man dann eine solche Nachricht bekomme, sei das etwas Besonderes. "Das erhellt einem schon den Tag", sagt der 45-jährige Leiwener.
Auf die Frage, wie man sich fühlt, wenn die eigenen Weine so gut bewertet werden, sagt er: "Wir betreiben einen sehr intensiven Weinbau. Das könne man bereits als ,gärtnerische' Arbeit bezeichnen. Die Qualität wachse im Weinberg und könne nicht im Keller gemacht werden. "Auf diese intensive und wohldurchdachte Arbeit sind wir besonders stolz." Letzten Endes gelte: Sehr gute Lage und sehr gute Arbeit des Winzers ergeben einen sehr guten Wein. "Eine solche Auszeichnung bestätigt einem all das. Und das macht mich froh."Kein Grund zum Ausruhen


Angesichts der Auszeichnung durch den Weinführer könnte man es sich ja nun gemütlich machen und darauf warten, dass der eigene Weinkeller fast wie von Zauberhand leer gekauft wird. Dem widerspricht Nik Weis. Er sagt: "Eine solche Auszeichnung hilft, das Weingut bekannter zu machen und die Nachfrage nach unseren Weinen weiter zu verstärken." Sie sei ein weiterer Trittstein auf dem Weg nach vorne. "Somit ist sie kein Grund sich zurückzulehnen, sondern eine wichtige Hilfe für zukünftige Vermarktungsarbeit."
Dass sich der Winzer offensichtlich nicht all zu ausgiebieg zurückgelehnt hat, wird unter anderem daran deutlich, dass Weis auch neue Wege geht. So produzierten er und Maximilian von Kunow 2014 den ersten koscheren Wein im Verband der Prädikatsweingüter.Extra

Nicolaus Weis hat 1947 das Weingut St. Urbans-Hof in Leiwen gegründet und auf einer Anhöhe bei Leiwen errichtet. Sein Sohn Hermann Weis, Förderer der Leiwener Jungwinzer und einer erfolgreicher Rebveredler, erweiterte den Betrieb, vor allem durch Zukäufe an der Saar. Nicolaus Weis' Enkel Nik Weis führt das Weingut in der dritten Generation und bewirtschaftet 35 Hektar (20 Hektar an der Saar, rund 15 an der Mosel). Der Betrieb ist Mitglied des Verbands Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter, dem deutschlandweit 200 Spitzenweingüter angehören. Im jährlich erscheinenden Buch "Eichelmann Deutschlands Weine" werden seit dem Jahr 2000 jährlich bis zu 1000 Weingüter beschrieben und rund 10 000 Weine bewertet. Als Grundlage für die Bewertungen der Weingüter dient die Gesamtleistung der letzten drei Jahre eines Betriebs. Das Weinsortiment eines Weinguts wird verkostet und nach dem internationalen Punktesystem (50-100) bewertet. Das Sterne-System von Weinkritiker Gerhard Eichelmann zur Bewertung der Weingüter entspricht in etwa dem Trauben-System im Weinführer Gault& Millau. red/har