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Erdbeer- und Spargelernte nicht für alle Bauern ein Minusgeschäft

Ernte : Erdbeeren und Spargel: Nicht für alle Bauern ein Minusgeschäft

Die Ernte ist gut, der Absatz nicht: Während Landwirte aus der Region Wittlich über große Probleme in diesem Jahr klagen, läuft es an anderen Stellen besser. Wir haben bei Bauern in Bekond und Trier-Zewen nachgefragt.

Diese Saison ist für einige Spargel- und Erdbeerbauern nicht leicht, und das obwohl die Ernte gut ausfällt. Doch die Abnehmer für die Ware fehlen. Teilweise sind Bauern sogar dazu übergegangen, die liegengebliebene Ware zu vernichten. Von diesem Problem berichtete Familie Grieshop aus Erden an der Mosel, die auf den Feldern in Wittlich Erdbeeren und Spargel anbaut.

Gründe für die schwierige Abnehmerlage dieses Jahr gibt es einige. So bieten Supermarkt-Ketten seit Jahren immer mehr frische Waren aus dem Ausland an, da diese günstiger sind als heimische Produkte, erklärt Norbert Briesch, der ein Obst- und Weingut in Bekond betreibt.

Die Preisunterschiede seien unter anderem darin begründet, dass Arbeiter im Ausland einen niedrigeren Lohn erhalten als den Mindestlohn hierzulande, sagen die Wittlicher Landwirte. Heimische Bauern könnten ihre Waren nicht zum gleichen Preis anbieten, ohne ein Minusgeschäft zu machen. Doch die Verbraucher hätten sich an die Discounter-Preise gewöhnt und seien oft nicht bereit mehr zu bezahlen.

Anders sieht dies noch bei Kunden aus, die ihr Obst und Gemüse direkt bei den Bauern erwerben. So berichtet Briesch aus Bekond weiter, dass das Geschäft im hauseigenen Hofladen nahezu unverändert weiterlaufe und auch das Angebot, Erdbeeren selber zu pflücken, gut angenommen wurde.

Auf TV-Nachfrage ergänzt der Bauer Greif aus Trier-Zewen, dass viele Verbraucher aufgrund der Inflation sparen müssten und daher weniger konsumierten. Auch der Verkauf an die Gastronomiebranche sei noch geringer als vor Beginn der Pandemie. Als Direktvermarkter merke auch er diese Entwicklungen nur begrenzt. Der Verkauf an seinen Straßenständen in Zewen, der Ruwerer Straße und Konz-Könen sowie auf dem Viehmarkt in Trier, laufe weiter gut, berichtet Greif.