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Erfolgreicher Start für „Weinzeit Schweich“

Benefizprojekt : Unverhoffte Premiere macht Lust auf Weinzeit

Stefan Henn  und Christopher Frechen initiieren einen Weinstand für Schweich, der Corona zum Opfer fällt. Dann gibt’s doch noch eine Auftaktveranstaltung – und die steigert die Spannung auf die Zeit nach der Pandemie.

„In Schweich kann man ja nirgendwo mehr einen trinken gehen.“ Diese Kritik wollen Stefan Henn  und Christopher Frechen nicht auf ihrer Stadt sitzen lassen. Ihre Idee: Schweich braucht einen Weinstand.

„Wir wollen die Vielfalt der Schweicher Weine an einem zentralen Ort erlebbar machen“, erklären die Initiatoren. Einheimische wie Gäste sollen verschiedene Weine und Weingüter ausprobieren und miteinander ins Gespräch kommen.

Henn und Frechen holten Winzer ins Boot, die Tourist-Information der Verbandsgemeinde, den Gewerbeverband, die Schweicher Vereine, sie kümmerten sich um eine Baugenehmigung und die Gaststättenkonzession. Am Ende stand ein gemeinsames Konzept unter dem Titel „Weinzeit Schweich“. Der Betrieb soll abwechselnd von den Schweicher Vereinen übernommen werden, die damit etwas Geld für die Vereinskasse verdienen können.

„Wir hatten von über zehn Gruppen und Vereinen  aus Schweich die Zusage, dass sie jeweils einen Dienst übernehmen. Damit hätten wir schon einige Wochenenden im Sommer abgedeckt“, erzählen sie auf ihrer Facebookseite.

Alles war vorbereitet, der Startschuss sollte am Wochenende nach dem Fest der Römischen Weinstraße in Schweich im Mai fallen. „Ja und dann, dann kam Corona. Alle Pläne waren dahin. Wir waren natürlich entsprechend enttäuscht.“ Das Projekt ruhte. „Wir dachten nicht, dass es noch eine Weinzeit in diesem Jahr geben wird.“

Doch wieder kam es anders: „Der Gewerbeverband Schweich fragte an, ob wir den Weinstand nicht auf dem Hubertusmarkt für einen Tag aufbauen wollten.“ Die Freunde zögerten nicht und machten sich an die Arbeit. Trotz strenger Hygienekonzepte und einer „Sperrstunde“ bereits um 18 Uhr wurde der Weinstand von den Gästen sehr gut angenommen. „Wir mussten teilweise zusätzliche Gläser beschaffen und bei den Winzern nachbestellen“, erzählen die Freunde.

Rund 300 Euro Gewinn hat die erste Weinzeit-Aktion eingebracht. „Wir wollen, dass in Schweich was rund um Wein geht – und nicht reich werden. Also haben wir uns entschieden, die Einnahmen von dieser spontanen Aktion den Schweichern zu geben, denen es nicht so gut geht“, schreiben Henn und Frechen. Sie haben das Geld an den Verein „Nachbar in Not Schweich“ gespendet. Dessen Vorsitzender Vitus Blang kündigte an, das Geld  in die Weihnachtsaktion des Vereins einfließen zu lassen. Ziel sei, bedürftigen Schweicher Bürgern ein würdiges Weihnachtsfest zu ermöglichen.

Für 2021 arbeiten die Weinzeit-Initiatoren bereits an neuen Konzepten, an Ideen mangelt es nicht: Weinzeiten an der Mosel, in den Weinbergen, oder bei verschiedenen Weingütern – Stefan Henn  und Christopher Frechen können sich vieles vorstellen. „Wir müssen schauen, wie es mit den Bestimmungen rund um die Corona-Pandemie weitergeht. Aber wir sind optimistisch, dass wir uns 2021 zu vielen Weinzeiten in Schweich treffen.“