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Erfolgreiches Start-Wochenende für Trierer Riesenrad am Zurlaubener Moselufer

Freizeitvergnügen : Erfolgreiches Start-Wochenende für Trierer Riesenrad am Zurlaubener Moselufer

Von Fotografier-Fans über den Tourismus-Chef bis hin zum Besitzer: Das Riesenrad in Zurlauben macht alle froh – obwohl der Standort im Vorfeld umstritten war.

Sonntagnachmittag am Bahnhofsvorplatz. Der Bus der Linie 87 Richtung Schweich ist kurz vor der Abfahrt ungewöhnlich voll. Und die vielen Fahrgäste sind sehr diskussionsfreudig. Dominierendes Thema: das Riesenrad an der Mosel. Das lässt schon erahnen, was für die meisten das Ziel ist. Und tatsächlich: An der Haltestelle Zurlaubener Ufer steigen zwei Drittel der Insassen schon wieder aus. Auf geht’s zum Sky Lounge Wheel. Wie die Mundart-Band Leiendecker-Blaos singt: „M’r laawen nao Zalaawen“ – jetzt gibt es noch einen triftigen Anlass mehr, nach Zurlauben zu laufen.

Einer, der sich neben der ortsansässigen Gastronomie am meisten über den Run aufs Riesenrad freut, ist Norbert Käthler, Chef der Trier Tourismus und Marketing GmbH (TTM). Denn viele Städte haben um das dritthöchste mobile Riesenrad der Welt (57 Meter Durchmesser) als Sommerattraktion gebuhlt – Deutschlands älteste Stadt hat den Zuschlag erhalten, obwohl der Standort an der Mosel nicht als Selbstläufer gilt. „Und nun ist es schön zu sehen, dass unser Glaube an Zurlauben gerechtfertigt ist“, sagt der 55-Jährige.

Völlig unrund und ein ungewohnter Anblick: Das Riesenrad von der Seite als dicker „Strich in der Landschaft“. Foto: Roland Morgen

Der Düsseldorfer Schausteller Oscar Bruch jr. (56), Besitzer des Riesenrades, ist ebenfalls zufrieden. Er hätte lieber einen Platz in der Altstadt gehabt statt das Gelände der einstigen Kabinenbahn-Talstation. Doch nach dem Start-Wochenende ist seine „anfängliche Skepsis ausgeräumt. Alleine am Samstag hatten wir weit mehr als 1000 Fahrgäste. Der Sonntag war etwas ruhiger, hat aber dennoch unserer Erwartungen erfüllt.“

Trier hat einen neuen Hingucker. In den vergangenen Tagen dürfte die Porta Nigra in der Fotografen-Gunst nur zweite Geige gespielt haben. In den sozialen Medien kursiert die City-Skyline mit dem Sky Lounge Wheel als Triers aktuelle Top-Attraktion. Auf dem Weißhaus-Gelände und dem Felsenpfad hoch über Pallien auf der gegenüberliegenden Moselseite stehen die besten Fotografier-Plätze unter Dauerbelagerung.

Auch das Riesenrad mit seinen 40 Kabinen bietet ungewöhnliche An- und Aussichten, wobei mit einer einzigen Fahrt gar nicht alle Wunschmotive optimal in den Kasten zu bekommen sind. Die westlichen Anhöhen mit Mariensäule & Co. präsentieren sich bis um die Mittagszeit in gutem Licht, die City-Seite mit den vielen historischen Bauten und dem Petrisberg kommt ab dem Nachmittag am besten zur Geltung. Wer es besonders stimmungsvoll mag, dem seien die späten Stunden (bis 21 Uhr) empfohlen.

Durchblick: Die Kirchtürme von St. Paulin (links) St. Martin wirken hinter dem Sky Lounge Wheel wie Miniaturen. Foto: Roland Morgen

Bis 20. September macht das Riesenrad Station in Trier. Verlängerung möglich? Bruch: „Wenn das Interesse dauerhaft groß ist, dann lässt sich gerne darüber reden.“ Der Schausteller trägt das wirtschaftliche Risiko alleine. An Gerüchten, das Rad sei gegen eine „Antrittsgebühr“ nach Trier gekommen, sei „rein gar nichts dran“, so Tourismus-Chef Käthler. Im Gegenteil: Bruch zahle Miete für das sonst als Parkplatz genutzte städtische Gelände, auf dem das Sky-Lounge-Wheel steht.

Infos und Tickets online unter triershop.de/tickets/eintrittskarten/riesenrad-sky-lounge-wheel