Ergebnis zum Todesfall in Bitburger Klinik

Bitburg · Das Gutachten der Staatsanwaltschaft liegt vor. Demnach ist ein 72-jähriger Mann im März im Bitburger Krankenhaus an einem Herzinfarkt gestorben. Der Verdacht einer fahrlässigen Tötung hat sich nicht bestätigt. Es wird aber weiter wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

Bitburg. Die Ungewissheit war zermürbend: Könnte ein 72-jähriger Mann, der im März im Bitburger Krankenhaus nach Auskunft seines Zimmernachbarn wenige Tage vor seinem Tod Stunden lang auf Hilfe warten musste, unter anderen Umständen noch leben? Haben sich Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht? Der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen hat auf diese Frage nach monatelangen Ermittlungen nun eine Antwort: "Nein. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung lässt sich nicht belegen."
Nach dem rechtsmedizinischen Gutachten sei es "als wahrscheinlich anzusehen, dass der Mann an einem akuten Herzinfarkt verstorben ist", erklärt Fritzen. Ganz exakt lässt sich das nicht mehr feststellen, da eine Obduktion nicht mehr möglich war. Der Verstorbene wurde noch bevor die Staatsanwaltschaft aufgrund von Presseberichten auf den Fall aufmerksam wurde feuerbestattet.
Kernaussage des Gutachtens ist, dass sich nicht belegen lässt, dass der Verstorbene bei einem anderen ärztlichen oder pflegerischen Verhalten hätte gerettet werden können. Anders formuliert: Ein etwaiges Fehlverhalten des Klinikpersonals ist nicht Ursache für den Eintritt des Todes.
Abgeschlossen ist das Ermittlungsverfahren dennoch nicht. "Wir prüfen nun den Anfangsverdacht gegen einen Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung", sagt Fritzen. Der Arzt soll eine weitere Kontrolle des kurze Zeit später verstorbenen Patienten in den frühen Morgenstunden abgelehnt haben. Was die nun noch laufenden Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung angeht, ist dieser Vorwurf - sollte er sich denn überhaupt bestätigen - weitaus weniger gravierend als der einer fahrlässigen Tötung. Das Strafmaß für unterlassene Hilfeleistung bewegt sich laut Fritzen in einem Rahmen zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Für fahrlässige Tötung drohen bis zu fünf Jahren Gefängnis.
Das Marienhaus Klinikum Eifel selbst wollte sich gestern noch nicht zu dem Ermittlungsergebnis äußern. Unternehmenssprecher Herbert Frieling: "Diese Ergebnisse liegen uns noch nicht vor, weshalb wir bisher auch noch keine Zeit hatten, uns damit zu befassen." scho

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