1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Erhebung soll klären – Brauchen die Jugendlichen in Trier mehr Raum?

Entscheidung im Stadtrat : Erhebung soll klären – Brauchen die Jugendlichen in Trier mehr Raum?

Gibt es in der Stadt genügend Orte, an denen sich junge Menschen treffen können? Oder reichen die vorhandenen Plätze aus? Auf Beschluss des Stadtrats soll das analysiert werden. In der Sitzung gab es auch eine Reaktion der Betroffenen.

Eine Pandemie mit Kontaktbeschränkungen und ein Exhaus auf Ausweichkurs solange die Renovierungen andauern – einige Dinge sprechen dafür, dass die Freizeitmöglichkeiten für die Trierer Jugendlichen derzeit besser sein könnten. Aber liegt das neben den aktuellen Umständen möglicherweise auch daran, dass die Stadt mehr öffentliche Plätze für junge Leute zur Verfügung stellen sollte? Das hat sich der Stadtrat ebenfalls gefragt. Deshalb hat er gestern mit 45 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen für eine Erhebung aller öffentlichen Flächen und Plätze gestimmt, die den jungen Leuten in Trier zur Verfügung stehen. Danach soll je nach Bedarf ein neues Jugendraumkonzept folgen.

Anstoß dafür war ein gemeinsamer Antrag mehrerer Fraktionen im Stadtrat: CDU, SPD, Die Grünen, Die Linke und UBT. Ein Satz darin lautet: „Jugendliche und junge Erwachsene brauchen Orte und Freiräume. Die Verfügung über eigene Räume, in denen sie sich mit anderen treffen und sich entwickeln können, ist von fundamentaler Bedeutung“, wie Theresia Görgen (Die Linke) in der Stadtratssitzung noch einmal betont.

Bei der Erhebung sollen alle Flächen und Jugendräume in Trier erfasst werden. Diese Zusammenfassung soll wiederum die Grundlage für eine Bedarfsanalyse und ein darauf aufbauendes neues Raumkonzept sein. Kurz gesagt: Gibt es in Trier genügend Raum für die Jugendlichen? Und falls es noch Bedarf gibt, wie kann die Stadt Abhilfe schaffen?

Die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen fordern, dass die Jugendlichen an der Entwicklung des neuen Konzepts beteiligt werden. Konstantin Oberbillig, Vertreter des Trierer Jugendparlaments, sagt: „Lasst uns die Jugendarbeit stärken! Wir bitten darum, dass das Jugendparlament bei der Konzeptentwicklung einbezogen wird, damit wir konkrete Vorschläge einbringen können.“

Görgen erinnert: „Die Stadt Trier hat eine eigenständige Jugendpolitik als Ziel. Fast ein Drittel der Trierer Bevölkerung sind Jugendliche und junge Erwachsene.“ Sie zählt Fußballplätze, Skateranlagen und Tischtennisplatten als Beispiele für geeignete Freizeitmöglichkeiten auf, die die Stadt bereitstellen könnte.

Wolf Buchmann (Die Grünen) stellt zu dem Thema die Frage: „Wo können die Jugendlichen sein, ohne dass sie Geld ausgeben müssen?“ Damit geht er auf den Aspekt der Teilhabe ein, der es den Jugendlichen ermöglichen soll, unabhängig von finanziellen Mitteln, sozialer Herkunft oder einer Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu dürfen. 

Julia Bengart (SPD) ergänzt: „Wollen wir die Interessen der jungen Menschen wahrnehmen, reicht ein Beschluss allein nicht aus. Wir müssen Jugendliche als Nutzergruppe anerkennen, um Politikverdrossenheit zu vermeiden.“

Bei der Ermittlung des Bedarfs sollen die bereits in den Stadtteilrahmenplänen gelisteten Bedürfnisse berücksichtigt werden. Laut Beschluss soll die Verwaltung den Jugendhilfeausschuss im vierten Quartal 2020 anhand eines Zeitplans über die Planungen unterrichten.