Erholung für Mütter

TRIER. (red) Im Jahre 2005 wurden im Bistum Trier 747 Mutter-Kind-Kuren und 31 Mütter-Kuren vermittelt. Vielen Müttern wurde die notwendige Kur jedoch erst bewilligt, nachdem sie Widerspruch eingelegt hatten: 38 Prozent aller Kuranträge wurden zunächst abgelehnt.

Zwei Drittel dieser Frauen legten Widerspruch ein. Über die Hälfte der Widersprüche wurden dann schließlich positiv beschieden. Die in der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung zusammengeschlossenen Verbände, Katholischer Deutscher Frauenbund, Katholische Frauengemeinschaft Deutschland, Caritaskonferenzen und Deutscher Caritasverband, kritisieren diese Entwicklung als "gesundheits- und familienpolitisch falsche Entscheidung". Sie fordern die Krankenkassen auf, den Müttern die notwendigen Kuren zu genehmigen und somit den Willen des Gesetzgebers zu erfüllen, der bei Vorhandensein von bestimmten Erkrankungen oder Indikationen einen Anspruch auf eine Kur gesetzlich festgelegt hat. Studien, unter anderem von der medizinischen Hochschule Hannover, belegten zudem die hohe Effizienz von Mütterkuren, durch die sich beispielsweise Medikamenteneinnahme und Arztbesuche vieler betroffener Frauen nach der Kur deutlich reduzierten. Cornelia Scherer, Referentin für Familienpflege und Kuren im Diözesan-Caritasverband Trier, weist aus der Praxis der 23 Kuren-Beratungsstellen der Caritas im Bistum Trier auf die besondere Problematik der abgelehnten Kuranträge hin: "Insbesondere für stark belastete Mütter in Notlagen, die zum Beispiel chronisch krank sind, psychische Probleme haben oder in einer Überschuldungssituation leben, ist die Wartezeit auf die dringend benötigte Kur oder gar die endgültige Ablehnung kaum tragbar."