eric naunheim betreibt weiterhin die trierer eislaufbahn am kornmarkt in der altstadt

Freizeit : Die Schlittschuh-Saison am Trierer Kornmarkt hat begonnen

Platzhirsch Eric Naunheim hat den Vergabewettbewerb gewonnen, 50 000 Euro investiert und kann nun bis 2025/26 weitermachen. Eine Alternative hat es wohl nicht gegeben.

Auf dem Kornmarkt scheint es, als laufe wieder alles nach gewohntem Schema ab. Mitte November begann der Aufbau der Eislaufbahn, und nach der Saisoneröffnung können dort bis Februar Schlittschuhläufer ihre Runden drehen. Also alles wie gehabt? Nicht ganz. Denn dass es in diesem Winter wieder eine Eislaufbahn in Trier gibt, stand lange ebenso wenig fest wie der Ort und der Betreiber.

Im Februar startete die Stadt einen Wettbewerb zur Vergabe einer Schlittschuh-Anlage. Nicht zuletzt im Sinne einer transparenten Vergabepraxis. Und wohl auch in der Hoffnung, es könnten sich Interessenten etwa für den Viehmarkt finden, der eine Belebung in der kalten Jahreszeit gut vertragen könnte. Dass nun doch wieder Eric Naunheim zum Zuge kommt, spricht Bände. „Es hat sich außer mir wohl niemand beworben“, mutmaßt der 52-jährige Kaufmann und Gastronom, der seit 2010 alle Winter wieder den Kufenspaß in der Altstadt möglich macht. Im Rathaus hält man sich bedeckt: „Es handelte sich um ein nicht öffentliches Vergabeverfahren. In solchen Fällen geben wir grundsätzlich keine Auskunft über Teilnehmer“, erläutert Stadt-Pressesprecher Michael Schmitz.

Naunheim sagt, er sei mit der für ihn einzig realistischen Variante ins Rennen gegangen:„Nur auf dem Kornmarkt kann ich eine Eislaufbahn halbwegs wirtschaftlich betreiben. Denn dort gibt es eine adäquate gastronomische Infrastruktur.“  Sprich Gaststätten, die im konkreten Fall (Louisina, Donna Mia) auch Naunheim gehören.

Nun bespielt der Platzhirsch also weiter den Platz vor seinen Kneipen. Aber mit Änderungen gegenüber seinem bisherigen Angebot. Die Anlage ist zwar so groß wie bisher (knapp 400 Quadratmeter Eisfläche), präsentiert sich aber einheitlicher und klarer strukturiert als bisher und erstmals barrierefrei zugänglich. Einige Hütten bekamen einen neuen Standort, die Zahl der abschließbaren Spinde wurde verdoppelt, die Umkleidehütte vergrößert. Die bunten Disco-Lichterspiele gibt es nicht mehr: „Die Traversen mit den Lampen und Werbeelementen wurden dem Denkmalschutz geopfert.“

Es sei „hart verhandelt worden“, auch bezüglich der Konzessionsdauer. Die Stadtverwaltung strebte fünf Jahre an, Naunheim wollte und bekam sieben: „Nur ein langfristiger Vertrag ermöglichte mir, kräftig zu investieren.“  Naunheim spricht von mehr als 50 000 Euro, einschließlich eines „neuen Glanzstücks“: ein Eventcontainer in Hüttenoptik und mit eigener Theke, den Nadine Lichter (36), die Eislaufbahn-Projektchefin, für Feten von Gruppen bis zu 20 Leuten vermietet. Er soll rechtzeitig zum offiziellen Saisonstart (siehe Info) betriebsbereit sein.

Köpfe der Eislaufbahn auf dem Kornmarkt: Betreiber Eric Naunheim und Projektmanagerin Nadine Lichter. Foto: Roland Morgen

Naunheim, der beim Altstadtfest das Viehmarkt-Programm organisiert und im August mit der Sektgala vor dem Kurfürstlichen Palais ein neues Eventformat aus der Taufe gehoben hat und es in Serie gehen lässt, betont, er sei „sehr froh“, bis zum Winter 2025/26 eine Eislaufbahn betreiben zu dürfen: „Ich bin Trierer und will etwas für Trier tun. Es gibt zu viele Leute, die immer nur maulen, aber selbst nichts tun. Ich maule nicht, sondern mache.“

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