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Erlebnispädagogik mit Abenteuer-Touch

Erlebnispädagogik mit Abenteuer-Touch

Vier Jugendliche der Jugendhilfe-Einrichtung Don Bosco Helenenberg in Welschbillig haben in einem Intensiv-Kurs in Föhren das Fallschirmspringen gelernt. Ein Jugendlicher hatte Glück im Unglück, nachdem sich sein Schirm am Fuß verhedderte (der TV berichtete).

Föhren/Helenenberg. Seinen ersten Absprung wird ein 17-Jähriger vom Jugendzentrum Helenenberg wohl nie vergessen. Auch deshalb, weil er wahnsinnig viel Glück gehabt hatte und nahezu unverletzt eine gefährliche Situation überstanden hat: Der Fallschirm hatte sich an seinem linken Fuß verheddert. Wie in der Montagausgabe berichtet, landete der 17-Jährige zwar relativ schnell, aber glücklicherweise nur mit leichten Blessuren in einem Gebüsch.

Die Sprünge der anderen Teilnehmer waren nach dem Zwischenfall auf den Sonntag verschoben worden. Ziel des Pädagogik-Projekts ist es, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, die aus sozialen Brennpunkten kommen, zu stärken.

Für das Angebot war der Fallschirmsportclub Trier mit seinem Vorsitzenden Reimund Thieltges in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendhilfe-Zentrum auf dem Helenenberg verantwortlich. Thieltges: "Sowohl bei der Fallschirmsprung-Ausbildung als auch im Camp ergeben sich aus den entsprechenden Aufgaben und Anforderungen natürliche Sachzwänge. Sie verdeutlichen, dass die notwendige Zusammenarbeit auch Spaß machen kann."

Es waren lange Tage für die Jugendlichen. Ausbildungsleiter Oliver Soler verlangte alles von ihnen ab. Denn neben den Landeübungen auf einer Sprungmatte und der Einweisung in den Umgang mit den Gurten am Fallschirm mussten sie selbst kochen, spülen und aufräumen. Danach galt es, theoretisches Wissen zu pauken.

Wer das Abenteuer erleben durfte, entschied das Jugendhilfezentrum. Betreuerin Carmen Heck und der pädagogische Leiter der Einrichtung, Carsten Lang, sind froh über diese Möglichkeit. Lang: "Für die jungen Leute ist es eine existenzielle Erfahrung, die sie hierbei machen." Der 17-jährige David Linsner war einer der Teilnehmer: "Ich habe hier tolle Erfahrungen gesammelt."

Betreuerin Heck spricht von einer Grenzerfahrung für die jungen Leute, die später auch im pädagogischen Alltag umgesetzt werden kann.

Am Samstagnachmittag herrschte starker Wind. Der Start der Maschine musste verschoben werden. Die jungen Leute hatten daher genügend Zeit, eine andere Gruppe bei den Sprungvorbereitungen zu beobachten. Am Abend war es dann so weit, für die erste Gruppe gab es grünes Licht. Der Wind hatte nachgelassen, und die Cessna erhob sich vom Boden bis in die Sprunghöhe von 1200 Metern.