Ermittlungen der Trierer Kripo führen zu Verurteilung von Zuhälterin in London

Kriminalität : Frauen mit Voodoo eingeschüchtert: Ermittlungen der Trierer Kripo führen zu Verurteilung von Zuhälterin in London

Ermittlungen von Trierer Kripobeamten haben in London zur Verurteilung einer 51-jährigen Nigerianerin geführt. Sie hatte mit Voodoo-Schwüren etliche Afrikanerinnen eingeschüchtert und nach Deutschland - unter anderem in die Region Trier - geschleust und zur Prostitution gezwungen.

Wie die Trierer Polizei am Donnerstagnachmittag mitteilte, brachte ein gefälschter Reisepass im Dezember 2016 den Stein und damit ein Ermittlungsverfahren der Trierer Kriminalpolizei ins Rollen. Es folgten viele langwierige Vernehmungen von geschädigten Frauen. Dabei sei das Ausmaß des Verdachts des Menschenhandels und der Zwangsprostitution deutlich geworden.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Frauen hätten in einer Arbeit in Deutschland die einzige Chance gesehen, sich und ihre Familie ernähren zu können. Die 51-jährige Zuhälterin habe den afrikanischen Voodoo-Glauben dazu ausgenutzt, die geschädigten Frauen mit einem Voodoo-Schwur gefügig zu machen. Während des Voodoo Rituals mussten die Frauen unter anderem Blut mit Würmern trinken, das Herz eines Huhnes essen und wurden mit einer Rasierklinge in die Haut geritzt. Der abschließende Schwur bestand darin, die Schulden an die 51-Jährige zurückzuzahlen, nicht wegzulaufen und sich nicht der Polizei zu offenbaren. Was hierzulande Frauen nicht beeindrucken würde, wirkte auf die Nigerianerinnen laut Polizei aufgrund ihrer Erziehung und Kultur sehr lebensbedrohlich.Dass sie für die Schleusung nach Deutschland zwischen 30.000 Euro und 38.000 Euro bezahlen oder als Prostituierte „abarbeiten“ sollten, wurde ihnen teils erst gesagt, nachdem sie sich durch die Voodoo-Rituale an die Zuhälterin gebunden hatten.

Nach einem beschwerlichen Weg in Deutschland angekommen, mussten die Opfer monatlich mindestens 1.500 Euro an ihre Zuhälterin zahlen. Sie drohte mit dem geleisteten Voodoo-Schwur, während auch die Angehörigen der Frauen in Nigeria bedroht wurden.

Unter anderem über die Auswertung von Geldtransferzahlungen kamen die Ermittler der Kriminaldirektion Trier zusammen mit dem Bundeskriminalamt und der National Crime Agency (NCA) Birmingham schließlich der 51-jährigen Nigerianerin als Haupttäterin auf die Spur. Sie lebt in London und reiste nach Benin City in Nigeria, um dort die jungen Frauen anzuwerben.

Mitarbeiter der NCA Birmingham nahmen die Zuhälterin schließlich am 24. August vergangenen Jahres bei der Einreise von Nigeria nach London am Flughafen Heathrow fest. Insgesamt fünf ihrer Opfer sagten gegen die Tatverdächtige aus. Sie wurde am Donnerstag vom Birmingham Crown Court des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen, das Urteil wird in der kommenden Woche durch den zuständigen Richter erwartet.

Ein Fall, der für die Polizei die Rolle der länderübergreifenden Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden beim Menschenhandel durch die organisierte Kriminalität unterstreicht. So waren neben der Kriminaldirektion Trier und der Staatsanwaltschaft Trier das Bundeskriminalamt, der NCA Birmingham, Europol und auch die Polizei in Nigeria beteiligt.