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Ermordete Trierer Schülerin: Nachbarin beschreibt Laura-Maries mutmaßlichen Mörder als tickende Zeitbombe

Ermordete Trierer Schülerin: Nachbarin beschreibt Laura-Maries mutmaßlichen Mörder als tickende Zeitbombe

Im Prozess gegen den 25-jährigen Trierer, der die 16-jährige Schülerin Laura-Marie ermordet haben soll, haben am Donnerstag vor dem Trierer Landgericht Freunde und Nachbarn des Angeklagten ausgesagt. Wie andere Zeugen zuvor, beschrieben sie den jungen Mann als freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Jemand, der Streit aus dem Weg geht, sich um das Wohl seiner Freunde sorgt und meist gute Laune hat.

Allerdings kamen auch andere Seiten des mutmaßlichen Mörders ans Licht. So berichtete ein Ehepaar - Nachbarn, die den Angeklagten aufwachsen sahen - dass ihre Tochter vor etwa acht Jahren von ihm geschlagen worden sei. Das damals vielleicht elfjährige Kind habe völlig aufgelöst und weinend berichtet, wie der Nachbarsjunge sie unter dem Vorwand, ihr dort etwas zeigen zu wollen, in den Keller lockte und dort mehrfach ins Gesicht schlug. Einen sexuellen Übergriff soll es nicht gegeben haben.

Angezeigt hat das Ehepaar die Tat nicht, da sie Freunde der Familie waren und der Junge sich trotz seines zuweilen aufbrausenden Temperaments bis dahin nett und hilfsbereit gezeigt hatte. Allerdings empfahl die Zeugin der Mutter des Angeklagten damals, den Jungen psychologisch beraten zu lassen. "Hol dir Hilfe, das ist eine tickende Zeitbombe", zitiert die Zeugin, was sie ihrer Nachbarin riet. Zwei Freunde des Tatverdächtigen sagten aus, dass dieser nie mit ihnen über Laura-Marie gesprochen habe. Er sei in eine 17-Jährige verliebt gewesen, die seine Gefühle jedoch nicht erwiderte. Aus den Aussagen geht hervor, dass der junge Mann sich sehr eine Freundin wünschte.

Der Verteidiger beantragte am Donnerstag, Psychologen und Bewährungshelfer als Zeugen zu hören, die den Angeklagten 2010 betreut hatten, nachdem dieser wegen Körperverletzung zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden war. Er hatte ein Mädchen die Kellertreppe hinuntergestoßen. Im Urteil hieß es, dass der damals 19-Jährige schon mehrfach "wegen mangelnder Impulskontrolle und erheblichen Aggressivitäten" aufgefallen sei. Dem inzwischen 25-jähren Mann wird vorgeworfen, die 16-jährige Schülerin erstochen zu haben, nachdem ein geplanter Vergewaltigungsversuch gescheitert war.

Zwei Mal soll er an den Tatort zurückgekehrt sein, um die Leiche, die er hinter einer leerstehenden Halle in Trier Nord versteckt hatte, anzuzünden. Tausende Trierer trauerten im März gemeinsam um das getötete Mädchen. Der Angeklagte hat die Tötung gestanden, bestreitet allerdings, eine Vergewaltigung geplant zu haben.