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Eröffnung mit Ode an den Schnurres

Kultur : Eröffnung mit Ode an den Schnurres

Der Kulturhafen Zurlauben ist mit Musik, Comedy und rund 220 Besuchern eröffnet worden. Das Programm macht Lust auf mehr.

„Schnorres-Schnuppi-Moustache-Oberlippenbart“ und „Kevin konnte nichts für seinen Namen“. Die musikalische Eröffnung des Kulturhafens Zurlauben beginnt mit einer gewitzten Ode an den Schnurrbart und mündet in politische Themen wie Chancenungleichheit und soziale Gegensätze. „Das Liedermacher-Quatsch-Kabarett-Duo“, wie sich die Künstler „Hennich und Hanschel“ auf der Bühne selbst bezeichnen, kommt „aus dem tiefen Süden – nämlich aus Trier-Süd“. Mit den blau und orange marmorierten Kitteln, dem Oberlippenbart und einer gehörigen Portion Selbstironie haben sie das Publikum schnell auf ihrer Seite.

Dass Hannes Brogmus und sein Kollege Jan-Henning Walker, so lauten ihre bürgerlichen Namen, das Programm im Kulturhafen Zurlauben eröffnen dürfen, ist ihnen „eine besondere Ehre“. Eine Veranstaltung wie diese sei unter den aktuellen Umständen „nicht selbstverständlich.“

Durch Corona lag ihr letzter Auftritt vor Publikum mehr als ein halbes Jahr zurück. Denn mit der Pandemie kamen die Absagen für geplante Gigs in Aachen, Köln und Gladbach. Umso größer war die Vorfreude auf den Kulturhafen: „Hennich und ich haben darauf hingefiebert, dass solche Veranstaltungen wieder stattfinden können“, sagt Brogmus im Interview.

Auch Kulturdezernent Thomas Schmitt betont: „Kunst und Kultur sind uns wichtig. Deshalb war es uns ein Anliegen, dass diese Veranstaltung stattfinden kann.“ Mit einem Trierer-Mundart-Abend, verschiedenen Live-Bands und Musikern, Open-Air-Kino und „Lesen für Bier“ dürfen sich Trierer sowie Touristen auf ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt freuen. Ein Programmpunkt dürfte so manchen Trierer stolz machen: Am Eröffnungsabend brachte der Verein Kultur Raum Trier einen Comedy Slam auf die Bühne. Der habe einen besonderen Bezug zur Stadt, weil der erste Comedy Slam in Deutschland in Trier stattfand, sagt der Geschäftsführer der Trier Tourismus Marketing GmbH Norbert Käthler.

Beim Poetry Slam am Eröffnungsabend erzählen sechs Wortakrobaten aus ganz Deutschland von den Fallstricken einer Steuererklärungs-Software, von Katzenvideos, Deutschen im Ausland oder Michael Wendler und seiner Laura. Ein Künstler entwickelt gemeinsam mit dem Publikum am Keyboard und Gesang sogar ein Mini-Musical. Protagonisten der romantischen und urkomischen Liebesgeschichte werden kurzerhand zwei Zuschauer aus der ersten Reihe. Als der Publikumsliebling und Gewinner des Comedy-Slams eine letzte pointierte Anekdote zum Besten gibt, sind trotz zwischenzeitlichen Regenschauern und abgekühlten Temperaturen noch 120 Zuschauer da. „Eine gute Botschaft“, sagt Norbert Käthler. Er sagt: „Ich glaube, dass sich die Trierer nach Open-air-Veranstaltungen sehnen.“ Drei Mal habe es geregnet, doch die Zuschauer hätten dem Regen getrotzt.

Gegen Ende des Abends wird im transparenten Regencape oder mit dem Regenschirm über dem Kopf noch gemütlich das letzte Glas Wein ausgetrunken und ein Erinnerungsfoto geschossen. Denn das Kulturfestival findet in einer malerischen Kulisse statt: Am Abend spiegelt sich glitzernd das Laternenlicht im Moselwasser, während am Nachthimmel die Mariensäule erstrahlt. Aktuell bietet aber auch das bunt leuchtende Riesenrad am Moselufer ein tolles Fotomotiv.

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