Sport : Das Sportzelt ist teurer als gedacht

Das Provisorium in Schweich kostet voraussichtlich 850 000 Euro und könnte viele Jahre Bestand haben. Die Fertigstellung ist bestenfalls im November.

   Da mussten die Ausschussmitglieder erst einmal schlucken: Die Zelt-Sporthalle, die den Ausfall der sanierungsbedürftigen Dreifeldhalle im Stefan-Andres-Schulzentrum kompensieren soll, kostet wesentlich mehr als die halbe Million Euro, die die Verbandsgemeinde (VG) Schweich in ihren Haushalt eingestellt hat. Ende 2018 war die VG noch von der Errichtung einer Traglufthalle ausgegangen.

In einer gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss und Bauausschuss bezifferte Architekt Daniel Dillig die Kosten einer gebrauchten temporären Dreifeld-Sporthalle auf rund 850 000 Euro. Da die Halle sowohl für den Schulsport als auch für die ballsporttreibenden Vereine aus Schweich genutzt werden soll, werden die Kosten zwischen dem Landkreis als Schulträger und der Verbandsgemeinde Schweich aufgeteilt. Nach welchem Schlüssel, das soll noch abschließend verhandelt werden.

Wie berichtet, kann die Stefan-Andres-Sporthalle ab den Sommerferien für voraussichtlich anderthalb bis zwei Jahre wegen Sanierungsarbeiten nicht genutzt werden. 2000 Schüler werden in dieser Zeit nur eine Einfeld-Sporthalle zur Verfügung haben. Einen großen Engpass gibt es auch für die Sportvereine aus Schweich. Handballer und andere Sportler hatten schon befürchtet, dass der Trainings- und Spielbetrieb zusammenbrechen könnte, zumal es in Schweich und Umgebung so gut wie keine freien Hallenkapazitäten gibt.

Nun soll also die Ersatzhalle ausgeschrieben werden. Man wird sich überraschen lassen müssen, was an Angeboten für die Zeltsportstätte hereinkommt. Laut Architekt Dillig (Simmern) betritt auch er, der schon viele Sporthallen geplant hat, Neuland. Seines Wissens gebe es eine Halle in Frankreich, eine in der Schweiz und eine in Blankenrath (Hunsrück). Der Bedarf in den Kommunen für solche übergangsweisen Sporthallen sei aber offenbar groß, denn es gebe einen Sanierungsstau im Sporthallenbereich.

Im besten Fall stehe die Zelthalle im November zur Verfügung, sagte Dillig. Als Standort steht der unbefestigte Parkplatz vor den Tennisplätzen an der Dietrich-Bon­hoeffer-Straße in Schweich fest. Die Erdarbeiten sollen im Juli beginnen, Erschließung und Unterbau folgen im August, und für den eigentlichen Zeltaufbau ist der Oktober terminiert.

 Blick ins Foyer (links) und in den Eingangsbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich, die in Schweich neu gebaut werden. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin
Blick ins Foyer (links) und in den Eingangsbereich von Treverer-Schule und Grundschule Schweich, die in Schweich neu gebaut werden. Entwurf: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin Foto: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin

Laut Dillig ist die Halle 50 mal 25 Meter groß. Sie habe einen elastischen Sportschwingboden und könne mittels Gastherme beheizt werden. Ausgeschrieben werden verschiedene Dachvarianten (Stahl/Aluminium und Thermofolie). Der vom Ausschuss bevorzugte Schotterunterbau soll acht bis zehn Jahre halten. Ein Betonunterbau wäre beständiger, auch 50 000 Euro teurer. Umkleide- sowie Lagermöglichkeiten für Sportgeräte soll es im Eingangsbereich der Halle geben, allerdings keine Toiletten oder Duschen. Die Sportler sollen allerdings die ehemaligen Container des TuS Issel und das Haus des Sports aufsuchen können. Diese befinden sich in unmittelbarer Nähe. Dass die Ersatzhalle voraussichtlich wesentlich länger (be)stehen bleibt, als die Vakanz der Stefan-Andres-Halle dauert, stand für die Ausschussmitglieder außer Frage. Denn im Schweicher Schulzentrum fehlt noch eine Sporthalle, für die der Kreis schon länger im Wort steht.