Erst Abriss, dann 18-Millionen-Projekt

Auf dem Gelände der früheren Landwirtschaftsschule an Egbert- und Hermesstraße im Ostviertel bahnen sich große Veränderungen an. Die Triwo AG als neuer Besitzer plant ein 18 Millionen Euro schweres Wohnungsbau-Projekt.

Trier. Die ehemalige Landwirtschaftsschule ist ein Auslaufmodell. Auch städtebaulich. Sie wird in den nächsten Jahren weitgehend von der Bildfläche verschwinden. "Wir planen dort ein Neubau-Projekt", kündigt Wilfried Biewer (55), Vorstand der Triwo AG, an. Das Trierer Projektentwicklungs-Unternehmen ist neuer Besitzer des 9000-Quadratmeter-Areals an Egbert- und Hermesstraße.

Über den Kaufpreis schweigen sich beide Seiten aus, aber die Triwo sei der "Höchstbieter" in einem aus einem halben Dutzend Unternehmen bestehenden Interessenten-Kreises gewesen, versichert Markus Ramp, Pressesprecher des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB). Alter und neuer Besitzer bleiben weiterhin Partner. Das Land mietet zunächst rund 2000 der 6500 Quadratmeter Nutzfläche zurück, damit die bisherigen Nutzer - Polizeidirektion, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) und Schule für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) - an Ort und Stelle bleiben können.

Auch für das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG), für das die Stadt Räume in den Altbauten an der Egbertstraße gemietet hat (einschließlich einer Verlängerungsoption bis 2019), werde sich nichts ändern, erklärt Biewer. Möglicherweise wird aber der FWG-Unterricht mittelfristig in den bislang als Schulungs- und Laborgebäude dienenden 70er-Jahre-Flachdach-Trakt an der Hermesstraße verlagert. Der soll bestehen bleiben, während die aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Altbauten in der Triwo-Planung keine Rolle spielen. Sie sollen einem Neubauprojekt weichen. Biewer will sich noch nicht in die Karten blicken lassen, lässt aber durchblicken: "Es läuft auf eine ruhige Wohnbebauung hinaus, aber kein Alten- und Pflegeheim." Biewer sieht sich nicht unter Zeitdruck. "Wir sind dabei, in aller Ruhe mit potenziellen Interessenten zu verhandeln."

Park in der Mitte des Areals bleibt unangetastet



Aber wenn die DLR-Abteilung (zieht im Herbst nach Bernkastel-Kues) und die Polizeidirektion (soll bis spätestens 2014 ins künftige Präsidium ziehen) weg sind, kann alles blitzschnell gehen. Für das rund 18 Millionen Euro Triwo-Projekt bedarf es keines neuen Planrechts, weil laut Triwo-Chef "nur dort gebaut wird, wo jetzt bereits Gebäude stehen". Der Park in der Mitte des Areals bleibe unangetastet. Mithin würden voraussichtlich auch keine archäologischen Grabungen nötig, wie sie das Landesmuseum im vergangenen Herbst auf dem nördlichen Nachbargrundstück vorgenommen hat. Dort entsteht jetzt der "Wohnpark Theater Maximus".

Den beiden Denkmälern auf dem Gelände des Mini-Parks droht laut Biewer kein Ungemach. Das Römer-Relief und die Säule, die der Verein Landwirtschaftlicher Fachschul-Absolventen 1993 der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt zum 100-jährigen Bestehen gestiftet hat, bleiben an Ort und Stelle. Das Ehrenmal für die Kriegsopfer unter den Landwirtschafts-Schülern soll einen neuen Platz auf dem Freigelände der Domäne Avelsbach erhalten.