Erst nass, dann feucht-fröhlich

Erst nass, dann feucht-fröhlich

PLUWIG. (dis) Mit mehreren Höhepunkten feierten die Pluwiger und ihre Gäste drei Tage lang das 200-jährige Bestehen ihrer Pfarrkirche St. Johann. Die kürzlich abgeschlossene Innenrenovierung (der TV berichtete) war ein weiterer Grund zum Feiern. Da nahm die Gemeinde auch ein Hochwasser in der Kirche mit Gleichmut.

Rund 70 000 Euro hatte es gekostet, das Gotteshaus wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Möglich wurde die Sanierung nur durch die Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer, insbesondere der Rentner des Ortes, und durch Sponsoren. Pastor Heribert Mönch (72) erlebte in seiner Amtszeit bereits die zweite erfolgreiche Sanierung der Kirche. Dem planenden Architekten Paul Schuh sowie den "Bauleitern" Günter Koenen und Karl-Heinz Bettendorf sei besonders zu danken, sagte er. Die Kirche ist sehenswert geworden. Das kunstgeschichtlich wertvolle Vesperbild aus dem 16. Jahrhundert stellt sich nach der Restaurierung in seinen ursprünglichen Farben dar. Es befand sich über viele Jahre an der Außenseite der Kirche und war nach der mündlichen Überlieferung eine kleine Wallfahrtsstätte. Beim Abendlob, dem Festhochamt und dem Unterhaltungsprogramm wirkten mit: Der Männergesangverein Pluwig-Gusterath, der Regionalchor Trier, der Kirchenchor Pluwig, die Feuerwehrkapelle Pluwig, der Musikverein Gusterath, der Kindergarten und die Grundschule St. Martin Gusterath-Pluwig. Den Festgottesdienst zelebrierten Pastor Mönch, Pater Ernst Berens und Vikar Markus Eiden. Er wurde vom Kirchenchor Gutweiler (Leitung Domvikar Engelbert Felten) musikalisch gestaltet. An der Orgel spielte Martin Folz vom Spee-Chor. Für Eintopf sorgte nach der Messe der Männerkochclub "Schnelle Kelle". Am Nachmittag sprachen Pfarrerin Vanessa Kluge von der evangelischen Kirche, der Beigeordnete aus Gusterath, Alfred Bläser, und Ortsbürgermeister Wolfgang Annen Grußworte. Dabei überreichte Annen Pastor Mönch einen Scheck der Gemeinde über 10 000 Euro. Annen: "Für die hilfsbereiten Pensionäre gibt es mit dem Neubau des Pfarrsaals und der Bücherei in Kürze weitere Arbeit." Am Abend vor dem großen Festsonntag gab es wegen Hochwassers in der Kirche "Katastrophenalarm". Bei einem Gewitter hatten Hagelkörner die Regen-Gitterroste verstopft. Wasser floss in das Gotteshaus. Pastor Mönch und Karl-Heinz Bettendorf sahen die Überschwemmung am folgenden Tag eher gelassen. "Die Mitglieder vom Männergesangverein und dem Kirchenchor waren da. Mit Besen und Lappen konnten wir die Fluten wieder aus der Kirche verbannen." Die Pluwiger Pfarrkirche wurde 1805 auf dem Johannesberg erbaut. Sie war ausgestattet mit einem Holzaltar, einem Bild des heiligen Donatus und zwei Glocken. Mehrere Erweiterungen folgten, etwa 1914/15: Erbaut wurde das linke Seitenschiff, der Kirchenturm im Westen sowie eine vergrößerte Sakristei. Im Jahr 1960 wurde die erste Orgel eingeweiht. Eine Renovierung der Pfarrkirche wurde 1973 erforderlich. Ihr folgte zwei Jahre später die Freilegung der neubarocken Ausmalung.

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