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Erst Roeds-Rock, jetzt in Trier aktiv: Die Konzertveranstalter SDIYG

Erst Roeds-Rock, jetzt in Trier aktiv: Die Konzertveranstalter SDIYG

Wenn man Konzerte nicht veranstaltet, um davon zu leben, kann man sich als Veranstalter ganz vom Musikgeschmack treiben lassen. So wie das Team SDIYG-Shows, das in Holzerath in der VG Ruwer groß geworden ist, und mittlerweile Trier bespielt.

Trier/Holzerath. Was haben Dream Theater, Megadeth und Joe Satriani gemeinsam? Richtig, sie treten nicht in Trier, sondern in Luxemburg auf. Doch auch wenn die großen Namen des Rock eher einen weiten Bogen um die Region Trier machen, ist sie keine popkulturelle Wüste. Dafür sorgt auch das Team von "SDIYG Shows": Fünf Freunde, die alle sehr grob um die dreißig Jahre alt sind, bis auf einen aus der Gegend um Holzerath stammen und die sich vor allem für laute und schnelle Musik begeistern - Rock, Punkrock, Indie.

Aus der Lust, die regionale Konzertszene mitzugestalten, auch wenn man hauptberuflich eher ganz andere Sachen macht, ist in fünf Jahren eine stolze Liste von Konzerten erwachsen - mit Künstlern aus der Region und dem Rest der Welt. Die treten dabei nicht nur bei den üblichen Verdächtigen in der Stadt auf (Exhaus, Miez), sondern gerne auch mal in der dörflichen Heimat - wo die Begeisterung fürs Veranstalten begonnen hat. 2007 wohnte der größte Teil des SDIYG-Teams noch in Holzerath und gestaltete über den Verein Jugendring das erste "Roeds Rock"-Festival mit. 500 Zuschauer sahen und hörten am idyllischen See fünf regionale Bands. Später wurde das Roeds zweitägig und auch die Anreisen der Bands immer länger.

Besonders an den Auftritt von Randy aus Schweden 2013 erinnert sich Christoph Bales sehr gerne: "Die haben wir Ewigkeiten belämmert, bei uns zu spielen!" Tatsächlich kam die Band, die damals nur ein weiteres Festival in Kanada bespielte, in die Provinz. Das Roeds ist zwar mittlerweile wieder zu einem eintägigen "Sommerfest" geschrumpft, übers Jahr hat die Anzahl der Veranstaltungen aber zugelegt. "Mittlerweile haben wir sehr viele Kontakte und die Bands bewerben sich gezielt bei uns", sagt Fabian Schreiner. Der betreibt mit seinem Bruder Benjamin auch noch das kleine Label Homebound Records, bei dem unter anderem der Trierer Akustik-Rocker Jawknee Music seine Heimat gefunden hat.

"Vor allem US-amerikanische Bands sind sehr interessiert an Auftritten in Deutschland", sagt Schreiner: Selbst die auch hier nicht wirklich üppigen Gagen seien besser als das, was die Bands in den Staaten erwarten könnten.
Vor kurzem konnte SYDIG den Singer/Songwriter Joe McMahon im Miss Marples unterbringen. Die Studentenkneipe ist ein beliebtes Ausweichquartier geworden - vor allem, seit das Exhaus wegen Brandschutzauflagen nur eingeschränkt verfügbar ist. Größere Hallen braucht es allerdings sowieso eher selten: Mit dem Programm folgt man bei SDIYG konsequent dem eigenen Geschmack und weniger der breiten Masse. "Darum sind das oft eher kleine Konzerte mit geringer Wahrscheinlichkeit, dass bei uns finanziell etwas hängenbleibt", erklärt Christoph Bales. Wäre es anders, würde er sich zwar auch nicht beschweren, aber: "Solange wir nicht draufzahlen müssen, ist alles super!"
An diesem Freitag gibt es nun doch ein Konzert, mit einem etwas bekannteren Namen: Christian Steiffen ist ein unfassbarer "Schlagergott", wie ihn selbst die Guildo-Horn-Stadt noch nicht gesehen hat.

Christian Steiffen spielt um 20 Uhr im Mergener Hof. Der Eintritt (mit Aftershowparty) kostet 18 Euro.