Erster kleiner Schritt für neue Zukunft des Winzerkellers

Endet der Dornröschenschlaf des historischen Schweicher Winzerkellers? Nach der jüngsten Stadtratssitzung am Donnerstag besteht die Hoffnung. Das Gremium beschloss, den Bau in die Liste der Förderanträge aufzunehmen. Außerdem stimmte der Rat dem Bau einer unterirdischen Starkstromleitung am Gewerbegebiet Issel zu.

Was könnte daraus werden?: Der ehemalige Winzerkeller steht seit Jahren leer. TV-Foto: Archiv/Clemens Beckmann

Schweich. (f.k.) Der denkmalgeschützte Winzerkeller an der Mathenstraße war vor einigen Jahren in Privathand übergegangen. Seitdem ist es still um ihn geworden. Nach seinem Ende als Kelterstation im Jahre 2003 gab es zunächst Überlegungen für eine neue Nutzung. Letztlich scheiterten die Pläne einerseits an den befürchteten Kosten, andererseits an dem damals herrschenden Parkplatzmangel an der Mathenstraße. Durch den Bau eines Mitfahrerparkplatzes in der Nähe sind nun insbesondere am Abend und am Wochenende genügend Stellplätze vorhanden. Außerdem haben sich die Aussichten auf eine Förderung aus dem Investitionsstock grundlegend verbessert - es ist wieder mehr Geld in öffentlicher Hand.

Zur jüngsten Ratssitzung schlug die Verwaltung vor, das Projekt "Winzerkeller" nun per Grundsatzbeschluss in Angriff zu nehmen. Die Beschlussvorlage schloss auch das Haus "Wallerath" mit ein, das an die Synagoge an der Richtstraße angrenzt. Der alte Bau in Privathand könnte von der Stadt erworben und in die Gesamtgestaltung des neuen Synagogenvorplatzes einbezogen werden. Die Verwaltung hält es für sinnvoll, die beiden Projekte planerisch auszuarbeiten und sie für eine Förderung aus dem Investitionsstock in der Zeit nach 2010 anzumelden. Stadtbürgermeister Vitus Blang will nach eigenen Angaben am 1. Oktober die Projekte der ADD Trier vorstellen. Ziel sei es, die Fördermöglichkeiten auszuloten. Über das Ergebnis soll der Rat in der Oktobersitzung unterrichtet werden. Zunächst sei aber der Grundsatzbeschluss zu fassen, die Projekte so weit vorzuplanen, dass ein Förderantrag möglich werde.

Hans-Dieter Natus (SPD) kündigte für seine Fraktion Zustimmung an und empfahl, auch die alte Schule in die Reihe mit aufzunehmen. Johannes Heinz (CDU) fand die Überlegung zu Winzerkeller und Haus "Wallerrath" ebenfalls gut.

FWG fordert zunächst ein Nutzungskonzept



Johannes Lehnert von der FWG erklärte, dass seine Fraktion das Projekt "Haus Wallerath" nicht mittragen werde, und für den Winzerkeller müsse zunächst ein Nutzungskonzept her. Wichtiger als Haus "Wallerath" sei eine deutliche Aufbesserung des Heilbrunnenweges - auch in touristischer Hinsicht.

Schließlich einigte sich der Rat auf eine allgemeine Grundsatzformulierung: Die Verwaltung soll Winzerkeller, Haus Wallerath und die weiteren vorgeschlagenen Projekte in ihrer Rangfolge bewerten und einordnen. Danach wird sich zunächst der Bauausschuss damit befassen. Auch die FWG stimmte dem im Grundsatz zu, behält sich aber eine spätere Ablehnung des Projekts "Haus Wallerath" vor.

Rund 130 000 Euro wird die Stadt Schweich der RWE für die Entfernung einer 20-Kilovolt-Freileitung zahlen, weil sie die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Issel behindert. Die RWE will die Leitung durch ein Erdkabel ersetzen. Der Rat stimmte der Zahlung nur widerwillig zu nach dem Motto "glatte Erpressung aber unumgänglich".