Erster Schultag in Neu-Tarforst

Größer, heller, freundlicher: Am ersten Tag nach den Herbstferien hat der Unterricht in der neuen Grundschule in Neu-Tarforst begonnen. Die Schüler sind begeistert - auch wenn die alte Schulkatze Tiffy arg vermisst wird.

Neues Klettergerüst und neues Gebäude: Die Tarforster Grundschüler haben am Montag Besitz von ihrer neuen Schule ergriffen. Schuldezernent Ulrich Holkenbrink (hinten rechts) stattete ihnen einen Antrittsbesuch ab. TV-Foto: Christiane Wolff

Trier. "Wenn ich jetzt sage, komm, wir gehen wieder in die alte Schule, wer würde denn dann von euch mitkommen?", fragt Ulrich Holkenbrink, vor seiner Zeit als Schuldezernent der Stadt selbst Lehrer, die Klasse 2. Die Mädchen und Jungen lachen, rümpfen die Nasen und schütteln die Köpfe. Zu gut gefällt es ihnen offenbar schon am ersten Tag in ihrer neuen, modernen Schule. "Ich", ruft ein Stimmchen schließlich doch noch. Yasin vermisst die Katze "Tiffy", die täglich ums Schulgebäude in Alt-Tarforst herumgestromert ist.

Über den Tiffy-Verlust hinweg tröstet allerdings vieles: Das neue Schulgebäude in Neu-Tarforst ist lichtdurchflutet, die Klassentüren haben große Glaselemente, Fußböden und Wände leuchten in hellem Lindgrün. Am Morgen haben die rund 150 Kinder auf Rundgängen das 6,15 Millionen teure neue Heim erkundet.

An der Fassade fehlen noch große Teile der Verkleidung, aber drinnen wurden am Wochenende die letzten Arbeiten erledigt. Bunte Anoraks an noch bunteren Haken schmücken jetzt die Wände. Die Klassenräume sind eingerichtet, und jedes Kind hat seinen Platz gefunden. "Alles", gefällt denn auch der kleinen Lina gut an der neuen Schule. "Wir verlaufen uns noch manchmal", sagt Lara. Marie freut sich aufs Turnen in der neuen Sporthalle. "Und mir gefällt, dass unsere Klassenzimmer nicht mehr so klein sind", sagt die Zweitklässlerin.

Lehrerin Christiane Nebe sieht das anders. Seit 20 Jahren ist sie in Tarforst Lehrerin, in den vergangenen zehn Jahren hat sie in Projektgruppen an der Entwicklung der neuen Schule mitgearbeitet. "Aber unsere Vorschläge wurden nicht umgesetzt", sagt sie. "Wir hatten uns zum Beispiel gewünscht, dass an die Klassenzimmer kleinere Gruppenräume direkt angeschlossen werden, damit Unterricht in Einzelgruppen möglich ist."

Und auch aus Garderoben und Fächern, die sowohl von Fluren als auch von den Klassenzimmern geöffnet werden können, sei nichts geworden. "Das Gebäude wurde von Architekten entworfen, die von den Bedürfnissen eines Schulbetriebs nicht viel Ahnung haben", fasst die Lehrerin ihren Eindruck zusammen.

Trotzdem: Die neue Schule bietet viel mehr Möglichkeiten als das überalterte, stark sanierungsbedüftige Gebäude in Alt-Tarforst. "Wir haben zwei Gruppenräume und ein offenes ,grünes Klassenzimmer' im Dachgeschoss", freut sich Leiterin Giselind Leinen-Vogt. Endlich gibt es eine kleine Mensa, und die Ganztagskinder müssen zum Mittagessen nicht mehr ins enge Pfarrheim ausweichen. Und für eine Bibliothek gab es in der alten Schule auch keinen freien Raum.

Planung, Konzeption und Bau der Schule haben Schuldezernent Holkenbrink nahezu in seiner gesamten zurückliegenden achtjährigen Amtszeit beschäftigt. "Aber die Beharrlichkeit und das lange Warten haben sich gelohnt", strahlt der Ex-Lehrer.