Ertrinkenden gerettet, als andere nur gafften: Polizei zeichnet André Legenhausen gemeinsam mit 14 anderen Mutigen für seine Zivilcourage aus

Ertrinkenden gerettet, als andere nur gafften: Polizei zeichnet André Legenhausen gemeinsam mit 14 anderen Mutigen für seine Zivilcourage aus

Sie haben Diebe gejagt, verunglückte Autofahrer gerettet und bei der Vermisstensuche geholfen: 15 Männer und Frauen haben nun von der Polizei und von Oberbürgermeister Wolfram Leibe Auszeichnungen für ihren beherzten Einsatz bekommen.

Der Einsatz von André Legenhausen beginnt mit einem dumpfen Knall. Mit seinem neunjährigen Sohn auf dem Rücksitz fährt er an einem heißen Tag im Juli 2016 am Mattheiser Weiher vorbei, als ein 89-jähriger Fahrer sein Auto heftig von rechts rammt. Legenhausens Auto wird nach links geschleudert - er erleidet ein Schleudertrauma, mit dem er die nächsten Monate zu kämpfen haben wird. Sein Sohn bleibt unverletzt. Den anderen Fahrer, der sein Auto nicht unter Kontrolle hat, erwischt es schlimmer: Er fährt einen Bogen und schießt mit seinem Auto direkt in den Weiher.

Durch die heruntergekurbelten Fenster strömt das Wasser sofort ins Auto. Der selbst verletzte André Legenhausen stellt sicher, dass es seinem Sohn gut geht und steigt sofort in das kinnhohe Wasser, um den unter Schock stehenden Mann aus seinem Auto zu zerren. Damit rettet er sein Leben."Gefahr nicht unterschätzen"

Als Polizeipräsident Lothar Schömann den 33-Jährigen im Trierer Rathaus für seinen beherzten Einsatz auszeichnet, beklagt er: "Das Erschreckende an dieser Situation war, dass eine Reihe anderer Menschen den Vorfall beobachtet hatte, in der Nähe stand und nicht half."

Die Zuschauer hat Legenhausen erst nach seinem Einsatz bemerkt: "Als ich mich mit meinem Sohn in den Schatten eines Baumes gesetzt hatte, kam einer der Zuschauer unter den Baum und filmte uns mit seinem Handy", erzählt er. Er sei entsetzt gewesen über die untätigen Gaffer. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe überreicht Legenhausen und den 14 anderen Geehrten eine Urkunde und ein Weinpräsent als Dank für ihren Einsatz. "Wir wollen damit auch andere dazu ermutigen, nicht wegzuschauen, sondern im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen", sagt Leibe.

Zum fünften Mal wird der Preis für Zivilcourage nun verliehen. Polizeipräsident Schömann mahnt an, die eigenen Fähigkeiten trotz allen Mutes nicht zu überschätzen. "Retter sollten sich selbst nicht in Gefahr bringen", so Schömann.

Auch diese Frauen und Männer aus Trier und der Region haben sich ob ihres Mutes verdient gemacht:
Rettung aus dem Wasser: Julia-Sophie Aßmann (Bad Kreuznach) rettete gemeinsam mit einer Mitschülerin einen ertrinkenden jungen Mann aus einem Weiher.
Bei der Suche geholfen: Rosemarie Bösen (Kirf) gab den Rettungskräften den entscheidenden Hinweis, der ihnen half, eine vermisste Frau zu finden.
Ladendieb gestellt: Simon Buring (Trier) verfolgte einen Ladendieb, den die Polizei dadurch festnehmen konnte.
Schützen verfolgt: Andrea Dose (Orenhofen), Manfred Clemens (Zemmer) und Wolfgang Peters (Trier) verfolgten den Mann vorsichtig, der am 14. Dezember in einem Trierer Parkhaus Schüsse abgefeuert hatte, und verständigten die Polizei.
Großbrand verhindert: Armin Gerards und Maximilian Heinz (Trier) löschten ein Feuer in einem Apartment des Trierer Studierturms.
Ladendieb gestellt: Mario Bergweiler und Noel Tenner (Enkenbach-Alsenborn) hinderten einen Ladendieb daran, mit einem Zug zu flüchten. Die Polizei konnte ihn festnehmen.
Kleiderdieb gestellt: Christiane Mettlach (Trier) informierte die Polizei über einen Mann, der Altkleidersäcke klaute. Die Polizei konnte dadurch auch seine Komplizen ausfindig machen.
Wiederbelebt: Patrick Mörscher (Idar-Oberstein) reanimierte gemeinsam mit einem weiteren Helfer einen Mann, der mit dem Auto verunglückt war.
Vor dem Tod gerettet: Elke und Patrick Schmitz (Oberkail) retteten eine Frau, die sich das Leben nehmen wollte.