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Erwartungsvolle Blicke nach oben

Erwartungsvolle Blicke nach oben

TRIER. Augen zu und Wasser marsch: Die anhaltende Hitzewelle lässt den Wasserverbrauch steigen. Grund zur Sorge, dass es knapp werden könnte, gibt es in der Stadt noch nicht, außerhalb schon eher.

Die Zusammenhänge sind denkbar einfach und lassen sich auch bei 35 Grad im Schatten nachvollziehen: Wo das Wasser vom Himmel fehlt, muss es aus dem Hahn kommen. Seit einigen Wochen ist dies der Fall, und wer den Weg des Wassers durch den Hahn zurück zum Wasserwerk verfolgt, könnte dort auf Menschen treffen, die sich das Nasse vom Himmel besonders herbei wünschen. Andere wiederum bleiben gelassen. Jeder Kubikmeter Wasser bringt Geld

Für Christian Girndt von den Trierer Stadtwerken ist die Hitze mit Sicherheit ein Grund zum Schwitzen, Schweißausbrüche wegen möglicher Engpässe in der Wasserversorgung hat er jedoch nicht. Derzeit liege der Pegel der Riveris-Talsperre 4,5 Meter unter dem Maximum, sagt er, "doch das sind immer noch drei Millionen Kubikmeter nutzbarer Inhalt". Bei einem derzeitigen Verbrauch von 26 000 Kubikmetern pro Tag in Trier - der Jahreswert liegt bei etwa 21 000 am Tag - hat Girndt also keinen Anlass zur Sorge, im Gegenteil: Denn jeder verkaufte Kubikmeter Trinkwasser bedeutet 1,41 Euro für die Stadtwerke. Sein Kollege Reinhard Meier, Leiter der Wasserwerke in der Verbandsgemeinde Ruwer, freut sich da schon weitaus mehr auf anhaltenden Regen. Zwar bezieht auch die VG Ruwer ihr Trinkwasser größtenteils aus der Riveris-Talsperre und verfügt somit über ausreichende Reserven, allerdings arbeiten die Pumpen der Ruwerer seit einigen Tagen auf Höchstleistung. 150 Kubikmeter werden zwar derzeit dort stündlich umgewälzt, der Bedarf an Wasser pro Kopf ist jedoch angesichts der ländlichen Struktur mit Weinbaugebieten deutlich höher als in Trier. "Im Moment ist es leider so, dass alle ungünstigen Voraussetzungen zusammenkommen", sagt Meier, doch die Werke seien "bemüht, das Ganze so zu steuern, dass wir noch die Kurve kriegen". Damit die VG letztendlich nicht irgendwann mit dem letzten Schluck Trinkwasser in dieser Kurve hängen bleibt, sieht ein Plan der Stadtwerke Trier vor, die Ruwerer im Ernstfall an ihr Trinkwassernetz anzuknüpfen. Dass in den Talsperren noch ausreichend Wasser vorhanden ist, nutzt den Landwirten und Weinbauern, deren Ernte auf den Feldern stark gefährdet ist, jedoch wenig. Schwacher Trost ist da, dass bei plötzlichen Wassermassen durch Regen nach Ansicht von Girndt keine weiteren Schäden durch Hochwasser zu erwarten sind. Was die Anbaufelder der Landesgartenschau (LGS) auf dem Petrisberg betrifft, so sind sie weitaus flexibler und unabhängiger vom Wetter als die Landwirte. Die Trockenheit mache den Planern zwar zu schaffen, meint Wolfgang Rommel, Mitarbeiter der LGS, jedoch "können wir es logistisch so steuern, dass bestimmte Projekte zurück gestellt werden". Pegelstände auf der Mosel stabil

Einziges Problem seien die Kosten, die durch den höheren Wasserverbrauch entstünden. Weit weg vom Petrisberg, an der Mosel, sieht man die derzeitige Trockenperiode mit ähnlicher Gelassenheit wie bei den Stadtwerken. Auswirkungen auf den Schifffahrtsverkehr durch sinkende Pegelstände gebe es noch nicht, teilt ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Trier mit. Probleme mit zu niedrigen Fahrrinnen wie der Rhein hat die Mosel nicht, weil sie staugeregelt ist. Dafür herrscht in dem Gewässer zur Zeit erhöhte Salmonellen-Gefahr, sagt Martina Bosch von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Doch Baden soll in der Mosel ohnehin keiner. Auch nicht bei 35 Grad.