Erweiterung Humdboldt-Gymnasium Trier: HGT: PVMA Aachen gewinnt Wettbewerb

Kostenpflichtiger Inhalt: Humboldt-Gymnasium : Millionen-Projekt an Trierer Schule nimmt Gestalt an

Ein Aachener und ein Trierer Architekturbüro belegen die ersten Plätze im Wettbewerb um die Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums Trier. Einer der beiden Entwürfe soll realisiert werden – möglichst bis 2022.

Zwölf Teilnehmer, zwei Sieger und ein Hauptgewinner, der noch ermittelt werden muss: Die Erweiterung des Trierer Humboldt-Gymnasiums (HGT) nimmt mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs Gestalt an. Baudezernent Andreas Ludwig zeichnete am Montag im Rathaus die erfolgreichsten Entwürfe aus. Platz eins und damit 16 000 Euro Preisgeld gehen an das Aachener Büro Pfeiffer Volland Michel Architekten (PVMA). Auf Platz zwei (11 000 Euro) landeten Weltzel Hardt + Partner aus Trier.

Drei weitere Wettbewerbsteilnehmer (aus Luxemburg, Trier und Alzey) erhalten auf Beschluss der siebenköpfigen Jury unter Vorsitz von Architekt Ferdinand Heide (Frankurt) Anerkennungen und jeweils 5000 Euro. Die eigentliche Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Bislang steht lediglich fest, dass einer der beiden Siegerentwürfe realisiert werden soll. Wer schlussendlich zum Zuge kommt, soll in etwa zwei Wochen feststehen. Zunächst stehen Verhandlungsgespräche und das Abklopfen eines Kriterienkatalogs zwischen Stadt und Planern auf dem Programm.

Die Sieger des Architektenwettbewerbs zur Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums: Peter Hardt (Weltzel. Hardt + Partner Trier, zweiter Preis, links) und Ben Michel (Pfeiffer Volland Michel Architekten Aachen, erster Preis) mit Baudezernent Andreas Ludwig (rechts). Foto: Roland Morgen

Bemerkenswert: Auch der mit dem ersten Preis bedachte Entwurf aus Aachen hat Trierer Wurzeln: Der geschäftsführende Gesellschafter und Gründer von PVMA, Ben Michel (34), ist in Trier geboren und aufgewachsen.

Architektenwettbewerb zur Erweiterung des Humboldt-Gymnasiums Trier. Foto: Presseamt Trier

Platz drei beim Martinskloster-Wettbewerb im PVMA-Gründungsjahr 2018 war einer seiner ersten größeren Erfolge, sagt Michel, der sich „gerne öfter in der alten Heimat betätigen will“. Da kam der HGT-Wettbewerb „wie gerufen“. Peter Hardt (56), von dem der mit dem zweiten Preis belohnte Entwurf stammt, ist in seiner Heimat ein „alter Bekannter“. Mit seinem Namen verbunden sind unter anderem der 2007 fertiggestellte Anbau ans Stadtmuseum Simeonstift sowie die Erneuerung der Schatzkammer der Stadtbibliothek in der Weberbach.

Und: Die beiden Siegerentwürfe ähneln sich inhaltlich. Sowohl Michel als auch Hardt siedeln die Mensa im Parterre des Erweiterungsbaus und die Bibliothek im dritten Obergeschoss des Erweiterungsbaus an. Die Gemeinsamkeiten enden beim Baumaterial: Hardt schlägt eine Stahlbeton-Skelettbauweise mit Außenwänden im Holzrahmenbau vor, Michel eine Holzkonstruktion, um „auch in Trier ein Zeichen für nachhaltiges Bauen zu setzen“.

Der Anbau, der nach Berechnungen von Projektentwickler und -steurer Jürgen Eckstein (60) vom Amt für Gebäudewirtschaft rund 7,8 Millionen Euro kosten dürfte, soll möglichst 2022 fertiggestellt werden. Bis dahin winkt ein 90-Prozent-Zuschuss aus dem Kommunalen Investitionsprogramm 3.0. Der Stadtrat könnte den Baubeschluss noch im Frühjahr fassen.

Allerdings: Der Baugrund, auf dem derzeit noch sieben städtische Garagen stehen, ist archäologisch höchst sensibel. Sollten die Grabungen des Rheinischen Landesmuseums bedeutende Funde ans Tageslicht bringen, könnte der Zeitplan eng werden. HGT-Chef Carsten Stiller: „Auch wenn es ein halbes Jahr später werden sollte: Hauptsache, der Erweiterungsbau kommt.“

Derzeit pendeln rund 250 der 930 HGT-Schüler zwischen dem Stammhaus und dem Ersatzquartier Robert-Schuman-Schule. Ein laut Stiller „unhaltbarer Zustand“.