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Erweiterung Industriepark Region Trier: Einigung mit Landwirten in Sicht

Erweiterung Industriepark Region Trier: Einigung mit Landwirten in Sicht

Zusätzliche Gewerbeflächen in Richtung Hetzerath werden immer wahrscheinlicher. Auch mit den Straßenplanern bahnt sich eine Lösung an. Der benachbarte Flughafen bleibt Tabuzone.

Der Industriepark Region Trier (IRT) hat eine große Anziehungskraft auf Unternehmen. 134 Betriebe haben sich in den vergangenen 25 Jahren auf dem 110 Hektar großen Gelände zwischen Föhren und Hetzerath angesiedelt - und die Nachfrage ist weiterhin groß. Allerdings sind nur noch wenig Gewerbeflächen verfügbar - und diese haben sich dort ansässige Firmen als Option gesichert.

Seit etwa einem Jahr hat der zuständige IRT-Zweckverband, dem unter anderem die Kreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich sowie die Stadt Trier angehören, ein Raumordnungsverfahren beantragt. Dessen Ziel ist es, geeignete Erweiterungsflächen zu finden.
Wie sich jetzt herausgestellt hat, kommt jene Erweiterungsmöglichkeit wohl nicht als IRT-Ergänzung in Frage, die Bewohner aus Bekond und Hetzerath bei einer Bürgerversammlung im Dezember favorisiert hatten: der angrenzende Flugplatz Trier-Föhren. Eigentümer der früheren Konversionsfläche ist der Bund. Und der halte an der jetzigen Nutzung des Flugplatzes mittel- bis langfristig fest, betonte IRT-Geschäftsführer Reinhard Müller kürzlich in einer Sitzung des IRT-Zweckverbands, die von Bürgermeister Dennis Junk (Verbandsgemeinde Wittlich-Land) geleitet wurde.

Sechs Flächen rund um den Industriepark waren auf ihre Eignung für eine IRT-Ausweitung auf mögliche Beeinträchtigungen für Natur, Umwelt und Wohnbebauung untersucht worden. Die besten Chancen, ins Planfeststellungsverfahren zu gehen, hat ein 45 Hektar großes Gelände, das südwestlich in Richtung Hetzerath liegt. Es handelt sich um Flächen beidseits der Landesstraße 141, die von Schweich nach Hetzerath führt. Eine Hälfte des Areals - rechts in Fahrtrichtung Hetzerath gelegen - wird landwirtschaftlich genutzt, auf der anderen hat die Baufirma Lehnen (Sehlem) Kies abgebaut. Lehnen möchte dort seinen Bau- und Maschinenpark konzentrieren.

Bei optimalem Verlauf könnte Ende 2018 die IRT-Erweiterung verfahrenstechnisch unter Dach und Fach sein, glaubt Geschäftsführer Müller. Die höchsten Hürden, die noch genommen werden müssen, betreffen die Landwirtschaft und die Verkehrserschließung.
Während der Offenlegung der Pläne hatte die Landwirtschaftskammer bereits ihre Bedenken angemeldet. 23,6 Hektar beste Böden gingen verloren, klagt die Kammer, drei landwirtschaftliche Betriebe seien betroffen. In einem Fall könne eine "mögliche Existenzgefährung nicht ausgeschlossen werden" heißt es in der Stellungnahme.

Zu den Einwänden der Kammer nahm Bernhard Gillich im Zweckverband Stellung. Der Landschaftsplaner informierte, dass nach Gesprächen mit Betroffenen Lösungen in Sicht seien. Ein Vollerwerbslandwirt werde wohl seinen Betrieb umstrukturieren und Flächen verkaufen. Diese könne man einem anderen Haupterwerbslandwirt zum Tausch anbieten. Von anderen Betrieben habe der IRT bereits Flächen erworben; auch diese könnten zur Verfügung gestellt werden. Dritter Beteiligter sei ein Nebenerwerbslandwirt, der durch die geplante IRT-Erweiterung rund drei Hektar Eigentum verliere.

Quer schießt auch der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Die Straßenplaner befürchten, dass mit einem zweiten IRT-Kreuzungspunkt der Verkehrsfluss auf der L 141 gestört wird. Auf der Landesstraße seien täglich 6500 Fahrzeuge unterwegs, und bei Unfällen auf der Autobahn diene sie als Umleitung. Eine weitere Einmündung sei zu gefährlich, so der LBM. Er will die dazukommenden Gewerbeflächen entweder über einen vorhandenen Knotenpunkt anschließen oder einen vorhandenen zurückbauen, damit die gesamte Erschließung des Parks nordöstlich des Autobahnanschlusses über einen neuen Kreisel geregelt werden kann. Eine Erschließung des IRT-Erweiterungsgebiets rechts der L 141 über die bestehende Zufahrt zu den Firmen Vet-Concept, Proxxon und Scania, wie sie der LBM vorschlägt, kommt laut Müller nicht in Frage. Nicht alle betroffenen Betriebe hätten dazu ihr Einverständnis gegeben, was auch nachvollziehbar sei. Schließlich würde man in diesem Fall in einen bestehenden Bebauungsplan eingreifen.

Inzwischen habe man sich mit dem LBM abgestimmt und sechs Alternativvorschläge des Planungsbüros Boxleitner (Trier) vorgelegt, sagte Planer Bernhard Gillich. Auf Beschluss des Zweckverbands sollen zwei Varianten weiterverfolgt werden, die auch Gnade vor den Augen der Straßenplaner gefunden haben. Eine Variante ist die Verlegung der L 47 entlang der Kaselbachaue. Diese habe aber aus Naturschutzgründen wenig Chancen auf Realsierung, sagte Kurt Müller vom Büro Boxleitner.

Die andere, wahrscheinlichere, Variante: Die Landesstraße 141 wird ab Höhe Firma Vet-Concept auf einigen Hundert Metern leicht in Richtung Norden verschwenkt und mit einem Kreisel versehen. Neben dem Zu- und Ablauf der Landesstraße gehen noch zwei weitere Äste ab: Einer zum jetzigen Kiesabbaugebiet und einer in die entgegengesetzte Richtung zur alten L 141 und weiter zu Vet-Concept, Proxxon und Scania. Nach etwa 200 Metern auf der alten L 141 würde die Erschließungsstraße dann zu den geplanten neuen Gewerbeflächen führen.Extra: PROJEKTE INDUSTRIEPARK REGION TRIER


10. Mai: Gesundheitstag mit den Trierer Miezen Oster- und Herbstferien: Ferienfreizeiten "Ferien im Park" 14. Juni: Seminar der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz für Wirtschaftsförderer 29. August: Digitalisierung/Industrie 4.0 (mit der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz ZIRP) Herbst: Infoveranstaltung zum Thema Ausbildung mit Agentur für Arbeit, IHK und HWK Anfang 2018: Ausbildungsbörse 18. und 19. August: MoselBallonFiesta mit vergrößertem IRT-Bereich anlässlich des 25-jährigen Bestehens des IRT 7. Oktober: IRT-Läufermeeting Weitere Infos: www.irt.deWeiterbildungsprogramm des Gewerbeverbands IRT: 17. März: Achtsame Führung - der sanfte Weg zum Erfolg 23. März: Verkaufsgespräche erfolgreicher gestalten 24. März: Neue Straßenverkehrsordnung und Führerscheinrecht (Fahrschule Klippel) 31. März: Anhänger-Führerschein (bis 4250 Kg zulässiges Gesamtgewicht, Fahrschule Klippel) Weitere Infos unter: www.gewerbeverband-irt.de