Es geht um jede Menge Kohle

Experten und Einwohner werden heute die Chance haben, ihre Ansichten über die geplante Beteiligung der Stadtwerke Trier an einem Kohlekraftwerk in Hamm (Nordrhein-Westfalen) deutlich zu machen.

Trier. Das heißeste Diskussionsthema in der Römerstadt ist seit Wochen die Energiepolitik. Die Stadtwerke Trier (SWT) wollen sich mit 12,5 Millionen am Bau eines modernen Kohlekraftwerks beteiligen. Greenpeace und das Bündnis Erneuerbare Energien Trier (BEET) protestieren und demonstrieren gegen diese Pläne, das Bündnis sammelte Tausende von Unterschriften und reichte Einwohneranträge ein.Heute beginnt um 17 Uhr im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer eine außerordentliche Sitzung des Stadtrats, in deren Verlauf der geballte Bürgerwille und die Pläne der SWT ein weiteres Mal kollidieren werden. Der TV fragte SWT-Chef Olaf Hornfeck, mit welchen Argumenten er dem Rat gegenüber treten will.Ein Koffer mit zwölf Millionen Euro

"Wir müssen uns an Fakten halten", betont Hornfeck. "Hier wird der Eindruck erweckt, die Stadtwerke hätten einen Koffer mit 12,5 Millionen Euro zur Verfügung und müssten lediglich die Entscheidung treffen, ob sie diese Summe in regenerative Energien oder ein Kohlekraftwerk investieren. Das ist nicht so."Hornfeck betont: "Die Investition in das Kraftwerk in Hamm wird kein einziges in Verbindung mit der Nutzung regenerativer Energien stehendes Projekt verhindern." Das Kraftwerk werde gebaut, "ob wir mit dabei sind oder nicht". 26 kommunale Energieversorger seien am dem 1,5 Milliarden Euro schweren Projekt beteiligt. "Würden wir aussteigen, wäre sofort ein anderer da."Die Beteiligung am Kraftwerk in Hamm werde 13 Prozent des SWT-Stromvolumens ausmachen. "Daraus folgt, dass in den übrigen 87 Prozent der Ausbau regenerativer Energien steckt."Dennoch nimmt der SWT-Chef den geballten Bürgerwillen sehr ernst. "Wenn man die Stimmung gegen sich hat, muss man genau aufpassen, denn am Ende des Tages entscheidet der Kunde." Das Kernargument bleibe dennoch bestehen: Der Weg zum Klimaschutz sei ohne Kohlekraftwerke nicht machbar."Die Nachteile dieser Kraftwerke kenne ich auch", betont Hornfeck. "Aber sie sind eine Übergangslösung, die wir bis 2050 brauchen werden." Der SWT-Chef legt dem Stadtrat heute eine Studie der Fachhochschule Berlin vor, mit der diese These gestützt wird.Außerdem stützt sich Hornfeck auf eine Aussage von Umweltministerin Margit Conrad: "Für einen Übergangszeitraum wird ein beträchtlicher Anteil unserer Energieversorgung mit Kohle und Gas erfolgen müssen."Die Beteiligung am Kraftwerk in Hamm, so Hornfeck abschließend, sei nur eines der Standbeine in der Strom-Langzeitversorgung.