Es wird alles verharmlost

Zum Bericht "Meterdicke Steine auf der Fahrbahn" (TV vom 18. Januar):

Die Bundesstraße 407 bei Kirf musste gesperrt werden, weil der Hang sich in Bewegung gesetzt hatte. Am 17. Januar lagen auf der B 418 zwischen Ralingen und Godendorf Felsbrocken auf der Straße. In beiden Fällen kamen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden.

Aufgestellte Schilder lösen das Problem nicht. Was muss noch alles passieren, damit der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in solch gefährdeten Gebieten reagiert?

Die Verkehrssicherungspflicht wird vom LBM nicht so ernst genommen, man hat immer die Ausrede "höhere Gewalt" und ist damit leider aus dem Schneider. Normalerweise hat der LBM eine Sicherungspflicht, damit keine Erdmassen (Steine, Felsbrocken) auf die Straße gelangen. Er (beziehungsweise der Staat) müssten jeden Schaden bezahlen, der von einem staatlichen Grundstück herrührt. Private Grundstückseigentümer müssen auch bei höherer Gewalt einen Schaden begleichen. Die Überwachungspflicht wird auch leger gehandhabt.

Die Fachkräfte hätten sehen müssen, dass der Fels sich gelockert hat. Er ist nicht urplötzlich auf die Straße gefallen. Die Geologen vom LBM sehen das hier natürlich anders.

Ich finde auch die Aussage von Hans-Michael Bartnick super: "Bodenbeschaffenheiten können eine Rolle für den Felsabsturz spielen." Ich habe an anderer Stelle die LBM-Leiterin auf Felsbewegungen hingewiesen - nur dort spielen Bodenbeschaffenheiten kurioserweise keine Rolle. Eben so, wie man es gerade braucht.

Es wird alles verharmlost, bis mal wieder etwas passiert. Aktivitäten werden dann ausgelöst und Experten suchen nach den Ursachen.

Dabei liegt die Ursache schon von Anfang an fest. Man will sie nur nicht wahr haben und glaubt, man wäre Herr der Lage. Man baut nach den neuesten Regeln der Bautechnik, nur das Erdreich kennt diese Regeln nicht und akzeptiert sie auch nicht. Wilfried Schnatmeyer, Graach

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