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Es wird eng in Trierer Parkhäusern

Es wird eng in Trierer Parkhäusern

Autos werden breiter, aber die Welt um sie herum wächst nicht mit: In Parkhäusern sind Lücken und Spuren nicht mehr groß genug für alle Fahrzeuge. Nur drei der sieben SWT-Parkhäuser in der Trierer City bieten die vom ADAC geforderte Mindestparkplatzbreite von 2,50 Metern.

Trier. Es wird immer enger auf den Straßen, denn die Autos werden nicht nur immer zahlreicher, sondern auch breiter. Das erfordert sowohl auf schmalen Fahrspuren wie dem Moselufer als auch in manchen Parkhäusern Präzisionsrangieren mit einstelligen Zentimeterabständen zur Wand oder zum Nebenmann.
Das Wachstum in die Breite betrifft nicht nur Automarken und Fahrzeugtypen, die schon vom Grundsatz her dicke Maße mitbringen. So ist auch der Golf zwischen 1974 und heute nach Angaben von VW um 17 Zentimeter breiter geworden und kommt auf knappe 1,80 Meter - ohne Außenspiegel, denn die werden nicht mitgemessen (siehe Extra). Nimmt man die Spiegel mit in die Rechnung, knackt so gut wie jeder Mittelklassewagen die Zweimetermarke, darunter auch sehr häufig auftauchende Marken wie der Ford Focus oder der Opel Astra.
Nach Ansicht des ADAC muss eine Parklücke in einem Parkhaus mindestens 2,50 Meter breit sein, damit Fahrer und Passagiere ein- und aussteigen können. Nur wenige bieten diese Maße, entsprechend vernichtend fiel ein bundesweiter Test von 50 Parkhäusern und Tiefgaragen in Großstädten aus (der TV berichtete). Wenn ein 5er BMW neben einem Audi A6 steht, beide kommen mit Spiegeln auf 2,08 bis 2,10 Meter Breite, wird der Radius zum Öffnen der Türen auf Parklücken unter 2,50 Metern zu einem winzigen Nichts. Vor allem, da nur die wenigsten Parker tatsächlich genau in der Mitte ihrer Lücke stehen.
Das weiß auch Albrecht Classen, Prokurist der SWT Parken GmbH. Sein Rat: "Wenn zwei breite Autos nebeneinander parken, sollte immer so geparkt werden, dass die Beifahrerseiten eng aneinander stehen. Ein Auto steht vorwärts in der Parklücke, der Nebenmann rückwärts. Das schafft Platz zum Ein- und Aussteigen."
Sieben Parkhäuser betreiben die SWT im Innenstadtbereich. Nur drei davon bieten die vom ADAC geforderte Mindestbreite von 2,50 Metern pro Parkplatz.
Basilika: Das Haus hat 467 Plätze und liegt mit einer Parkplatzbreite von 2,45 Metern unter der ADAC-Empfehlung. Die Rampenbreite beträgt vier Meter.
City: 950 Plätze bietet das Haus gegenüber dem Nikolaus-Koch-Platz. Auch hier sind die Plätze 2,45 Meter breit. Die Rampen zwischen den Stockwerken erreichen 3,45 Meter.
Viehmarkt: Das 336 Plätze fassende Haus bietet mit einer Parkplatzbreite bis zu 2,55 Metern den meisten Platz. Die Rampe ist 3,45 Meter breit.
Europahalle: Das kleinste und engste der SWT-Häuser. Ein Teil der 140 Plätze ist nur 2,35 Meter breit, die anderen erreichen 2,45 Meter. Die Rampen sind drei Meter breit.
Hauptmarkt: Auch hier sind einige der 344 Plätze nur 2,35 Meter breit, der Rest kommt auf 2,50 Meter. Die Rampenbreite reicht von 3,18 bis 3,95 Meter.
Konstantin: Das Haus bietet 233 Plätze mit einer Breite von 2,45 Metern und einer Rampenbreite von 3,25 bis vier Metern.
Ostallee: Zwischen 2,45 und 2,50 Metern schwankt die Breite der 860 Plätze. Die Rampe ist vier Meter breit.Extra

Die Spiegel werden nicht gemessen: Wer genau wissen will, wo sein Auto noch reinpasst und wo es definitiv zu eng wird, muss selbst zum Maßband oder Zollstock greifen. Die im Fahrzeugschein genannte Breite hilft in diesem Fall nicht weiter, denn sie lässt die Spiegel außen vor und macht den fahrbaren Untersatz damit 30 bis 40 Zentimeter schmaler als er in Wirklichkeit ist. Dieses Paradoxon ist im Paragrafen 32 der Straßenverkehrszulassungsordnung festgehalten. Dort heißt es: "Bei Personenkraftwagen darf die höchstzulässige Breite 2,50 Meter nicht übersteigen." Wobei zu beachten ist: "Die Fahrzeugbreite ist nach der ISO-Norm 612 Definition Nummer 6.2 zu ermitteln." Diese Norm ist übrigens mittlerweile 33 Jahre alt. Dann folgt der entscheidende Satz: "Abweichend von dieser Norm sind bei der Messung der Fahrzeugbreite Spiegel und andere Systeme für indirekte Sicht nicht zu berücksichtigen." jp