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Trittenheim: „Essen beim Winzer“: Regional ist Trumpf im Seminarshof in Trittenheim

Trittenheim : „Essen beim Winzer“: Regional ist Trumpf im Seminarshof in Trittenheim

Selbst angebaute Weine, gutes Essen und Gästezimmer sind das große Thema des Seminarshof in Trittenheim.

 Schon äußerlich setzt der Seminarshof einen baulichen Akzent im Trittenheimer Ortsbild. Egal, ob man sich aus Richtung Klüsserath oder von der anderen Moselseite aus Richtung Leiwen nähert, das stattliche Anwesen an der Moselweinstraße, Einmündung Brückenstraße, ist nicht zu übersehen.

Das Bistum Trier hatte das Gebäude einst als Verwaltungssitz für sein Bischöfliches Priesterseminar Trier errichtet. Daran erinnert heute noch der Name „Seminarshof“. 1985 hat die Familie Hermes die Immobilie erworben und als Weingut eingerichtet.

Der Betrieb hat heute drei Standbeine: Das Weingut mit großen Angebot an verschiedenen Weinen und Weinprodukten, das Restaurant mit rund 60 Plätzen, einem Terrassenbereich und dem Weingarten im Sommer sowie die Gästezimmer im Stammhaus und in einem neuen Gästehaus.

Der Ruf des Restaurants geht weit über die Region hinaus. Dafür sorgt als Küchenchefin Lisa Hermes (31), Tochter von Inhaberin Birgit Hermes, die ab 2022 das Restaurant an Lisa übergibt. Lisa, gelernte Köchin und Küchenmeisterin, hat ihr Speisenangebot nach Sommer- und Wintersaison ausgerichtet und wird von Harald Wöhrle als stellvertretendem Küchenchef unterstützt.

Im Sommer ist die Küche gut bürgerlich mit asiatischen und modernen Inspirationen ausgerichtet. Das Konzept für „Essen beim Winzer“ gilt von April bis Ende Oktober. Das Augenmerk liegt auf regionalen Spezialitäten. Wer hat Lust auf Flammkuchen oder auf Weinsülze mit Bratkartoffeln? Thaicurrysuppe, Zander auf der Haut gebraten mit Teerdisch oder Lisa’s gebackener Blutwurststrudel gehören zu den Besonderheiten auf der Speisekarte. Aber auch Schnitzel, ein saftiges Steak oder Veganes stehen auf dem Sommerprogramm. Natürlich dürfen Saison-Angebote wie frischer Spargel oder Pfifferlinge nicht fehlen. Eingekauft wird bei Lieferanten aus der näheren Umgebung.

Dazu kommt die Auswahl an hauseigenen Weinen, wobei der Riesling traditionell die (Mosel-)Vormacht hat, aber auch Rivaner, Kerner, Weißburgunder, der historische Auxerrois, Spätburgunder und Dornfelder warten auf die Gäste. Ein Getränk ist allerdings tabu: Es gibt kein Bier.

Von November bis Ende März präsentiert die Küchenmeisterin „Lisa‘s Restaurant“. Während der Lehrjahre in renommierten Häusern und auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa hat Lisa Hermes viele Eindrücke gesammelt, die sie heute für ihre Winterkarte inspirieren. Etwa das Winzermenü oder Lisa’s Genussmenü „Die „kleine Weltreise“ durch Länder und Kontinente. Ein Highlight am Sonntag ist das Lunchbuffet ab 11 Uhr, das unter Coronaregeln wieder stattfinden darf.

 Überhaupt „Corona“: Auch der Seminarshof hatte unter den monatelangen Lockdown 2020/2021 zu leiden. Doch man überbrückte die Zeit mit dem Angebot „Essen to go“. Lisa Hermes: „Da die Gäste unser Essen auf Porzellan mit nach Hause bekommen haben und ein Art Restaurant-Gefühl entstand, hatte dies dann einen schönen Nebeneffekt: Unser Essen wurde in der Region noch bekannter und wir konnten zusätzliche Gäste gewinnen.“

Die Gästestruktur des Hauses ist vielschichtig: von Tagestouristen – Jung und Alt–, die nach dem Essen weiterfahren über Leute aus dem Ort und der näheren Umgebung, die gerne sonntags vorbeischauen bis zu treuen Feriengästen, die seit Jahren ein Zimmer im Haus mieten.

 Das Bratapfel-Dessert wird in Lisa’s Restaurant serviert.
Das Bratapfel-Dessert wird in Lisa’s Restaurant serviert. Foto: TV/privat

So etwa Lore und Wolfgang Oertel, ein älteres Paar aus Ilmenau/Thüringen. „Seit 1993, nach dem Ende der DDR und dem Beginn der Reisefreiheit, kommen wir jährlich hierher. Manchmal auch dreimal im Jahr. Die Landschaft gefällt uns, es gibt viele Ausflugsmöglichkeiten und schöne Feste“, sagen sie. Und so kennen sie die Köchin schon lange. Allerdings sei Lisa beim ersten Besuch 1993 noch keine Küchenchefin gewesen – „da saß sie noch bei uns auf dem Schoß“.