Europa bringt die Trierer Kultur voran

Europa bringt die Trierer Kultur voran

Kunst erwerben und gleichzeitig Kultur erhalten: Das ist das Konzept der Kulturaktie Trier. In dieser Woche ist die neue Edition vorgestellt worden.

Trier. "Es ist eine Besonderheit, jedes Jahr eine Kulturaktie vorstellen zu können." Mit diesen Worten hat Harry Thiele, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Kulturstiftung Trier, die Präsentation der Kulturaktien 2012 eröffnet. Die Gemälde stammen von dem renommierten Künstler Guido Bidinger. Der 92-Jährige war bis zu seinem Wegzug in den Schwarzwald eine feste Größe im Trierer Kulturleben (siehe Zur Person). Zusammen mit Bärbel Schulte, Kunsthistorikerin im Stadtmuseum Simeonstift Trier, hat er zwei seiner Werke für die Aktie ausgewählt. Anders als üblich wurden die Bilder nicht eigens für die Jahresedition erstellt.
Das Motiv "Domfreihof mit Geel Box" stammt aus dem Jahr 1992. Es zeigt eine ungewöhnliche Ansicht des Trierer Domfreihofs mit Blick auf den Torbau der Philippskurie. Der Bau wird aufgrund seines früheren gelben Anstrichs im Volksmund auch "Geel Box" genannt. Das Bild entstand als Reaktion Bidingers auf die Fällung der Platanen zu Beginn der 1990er Jahre.
Das Motiv "Europa und der Stier" ist aus dem Jahr 2006. Bidinger greift damit einen griechischen Mythos der Antike auf. Auch mit diesem Motiv stellt Guido Bidinger einen Bezug zu Trier her, nennt er doch Trier "das Herz Europas".
Interessierte können die Werke für 50 Euro (Domfreihof) beziehungsweise 100 Euro (Europa) kaufen und damit einen Beitrag zur Förderung und Bewahrung der Trierer Kultur leisten. Denn der Erlös aus dem Verkauf geht an die Kulturstiftung Trier. Sie unterstützt mit dem Geld unter anderem Künstler und Kunstprojekte.
Die Werke werden in einem aufwendigen Verfahren individuell gedruckt, es sind somit alles Unikate. Pro Motiv liegt die Auflage bei 250 Exemplaren. Sie sind handsigniert und dieses Jahr erstmals im Querformat erhältlich.
Extra

Guido Bidinger wurde 1920 in Trier geboren. Im Zweiten Weltkrieg war er fünf Jahre in russischer Gefangenschaft, wo er sich das Malen beibrachte. Ab 1949 studierte er an der Werkkunstschule Trier. 1964 wurde er mit dem Ramboux- Preis der Stadt Trier ausgezeichnet. Seitdem befinden sich einige seiner Werke im Bestand des Stadtmuseums. Im gleichen Jahr begann er seine Anstellung als Kunsterzieher und Werklehrer. 1970 erhielt er den Akademiepreis der Sommerakademie Salzburg. Seine künstlerische Besonderheit liegt dabei in seinem Talent, mit expressiven Farben Stimmungen und Atmosphären zu vermitteln. Heute lebt der 92-Jährige im Schwarzwald. smz