Amtsübergabe an der Universität Trier Eva Martha Eckkrammer ist neue Uni-Präsidentin in Trier

Trier · Nach zwölf Jahren hat Michael Jäckel das Amt als Präsident der Universität Trier abgegeben. Seine Nachfolgerin ist die erste Frau in diesem Amt.

Amtsübergabe an der Universität Trier: Michael Jäckel, die neue Präsidentin Eva Martha Eckkrammer und Staatssekretär Dennis Alt (rechts).

Amtsübergabe an der Universität Trier: Michael Jäckel, die neue Präsidentin Eva Martha Eckkrammer und Staatssekretär Dennis Alt (rechts).

Foto: Rainer Neubert

Eva Martha Eckkrammer ist die neue Präsidentin der Uni Trier. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Michael Jäckel der gebürtigen Österreicherin am Freitag die Amtskette. Nach fünf männlichen Amtsinhabern ist sie die erste Frau in der höchsten Leitungsposition der Universität Trier.

Prof. Dr. Dr. h.c. Jäckel stand zwölf Jahre an der Spitze der Hochschule. In seiner Abschiedsrede zog er eine positive Bilanz und wünschte seiner Nachfolgerin viel Glück für die Herausforderungen der kommenden Jahre.

Die im österreichischen Hallein geborene Eva Martha Eckkrammer lehrte und forschte seit 2009 als Professorin für Romanische Sprach- und Medienwissenschaft an der Universität Mannheim. Sie studierte Romanische Philologie an den Universitäten Salzburg und Coimbra/Portugal. Nach ihrer Promotion und Habilitation an der Universität Salzburg und Lehrtätigkeiten an den Universitäten Passau und Heidelberg übernahm sie 2009 ihre Professur in Mannheim.

Innerhalb ihres Fachgebietes Romanistik beschäftigte sich Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer insbesondere mit Spanisch, Französisch, Italienisch, Kreolisch und am Rande mit Portugiesisch. Eine besonders enge Verbindung pflegt sie zu Frankreich.

Als bedeutende Querschnittaufgaben und Herausforderungen sieht sie die Themen Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und eine verbesserte Sichtbarkeit der Universität. Breite Partizipation, flache Hierarchien, kooperative Führung, Teamgeist und individuelle Potenzialentfaltung nennt sie als Schlagworte für den angestrebten Führungsstil.        In der sechsjährigen Amtszeit leitet Eckkrammer die Universität Trier und vertritt sie nach außen. Sie ist auch Vorsitzende des Präsidiums.

An der Feierstunde im Audimax nahmen mehr als 400 Mitarbeitende und Studierende der Universität sowie Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik teil. Staatssekretär Denis Alt, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, dankte in seiner Ansprache Michael Jäckel für sein langjähriges Wirken als Präsident. Zuvor hatte er Eva Martha Eckkrammer die Ernennungsurkunde zur Präsidentin der Universität Trier überreicht.

„Mit dem Ende seiner zweiten Amtszeit verabschieden wir Herrn Professor Jäckel, der die Universität Trier in den letzten 20 Jahren auf beeindruckende Weise geprägt hat. Als Präsident der Universität Trier führte er die Institution mit großem Engagement durch bewegte Zeiten, wobei seine Expertise gerade in der Digitalisierung maßgeblich dazu beitrug, die Universität zukunftsorientiert aufzustellen. Darüber hinaus prägte er als Mitglied im Rat für Informationsinfrastrukturen und im wissenschaftlichen Beirat `Demografie´ des Landes Rheinland-Pfalz über die Grenzen der Universität hinweg die Forschungslandschaft in unserem Land“, sagte Alt.

Der Staatssekretär erinnerte auch daran, dass Professor Jäckel wiederholt als Vorsitzender der Landeshochschulpräsidentenkonferenz den Hochschulen des Landes Rheinland-Pfalz eine Stimme gegeben und sich engagiert für ihre Belange eingesetzt habe. „Gleichzeitig war er für die Landesregierung ein verlässlicher Ansprechpartner, der überaus konstruktiv in schwierigen Zeiten an gemeinsamen Lösungen mitgearbeitet hat. An dieser Stelle möchte ich Herrn Professor Jäckel herzlich für seine herausragende Arbeit danken und ihm für seine Zukunft alles Gute wünschen."

Jäckel blickte mit Momentaufnahmen in Wort und Bild auf seine bewegte und insbesondere durch die Corona-Pandemie mit großen Herausforderungen versehene Präsidentschaft zurück. „Es gibt Gesetze und es gibt Vorstellungen. Das Hochschulgesetz definiert die Aufgaben des Präsidenten, die Ausübung ist immer Sache des Amtsinhabers. So habe ich es gehalten“, sagte Jäckel und ergänzte: „Vorgaben sind allgemeine Partituren, denen die persönliche Note hinzugefügt werden kann. Es gibt somit Dinge, die man tun muss, die man tun sollte oder tun kann. Es gibt aber auch Dinge, die an keiner Stelle festgelegt sind. Ich habe immer dafür gesorgt, dass die besondere Historie und der besondere Rang, den die Universität Trier nicht nur in Rheinland-Pfalz einnimmt, im Bewusstsein bleibt. So habe ich sie geführt, integriert und für diese Herausforderung wachgehalten“, so Jäckel.

Mit Professorin Eva Martha Eckkrammer steht nach fünf männlichen Vorgängern erstmals eine Frau an der Spitze der Universität Trier. „Ich möchte den Standort und die Stärken der Universität Trier als dominant geistes- und sozialwissenschaftliche Profiluniversität nutzen, um diese intensiv weiterzuentwickeln und ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern. Die Lage in der westlichen Grenzregion, nahe an Luxemburg, Belgien, Frankreich und unweit der Niederlande, lädt zu einer intensiven Internationalisierung von Forschung und Lehre ein“, betonte die neue Präsidentin in ihrem Ausblick. Es gelte aber auch, die Verbindungen mit der Stadt und der Region zu stärken, um die Universität als Ort der wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Zeiten großer Herausforderungen zu einer Partnerin in der Beantwortung brennender gesellschaftlicher Fragen zu machen. „Ich freue mich darauf, gemeinsam Zukunftsräume zu öffnen“, so die Präsidentin.

Mit dem Ende von Professor Jäckels Amtszeit als Universitätspräsident ist auch ein Wechsel im Vorsitz der Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) verbunden, den er zuletzt innehatte. Diese Aufgabe hat Prof. Dr. Susanne Weissman, Präsidentin der Hochschule Mainz, zum 1. September übernommen. „Michael Jäckel ist in vielen hochschul- und bildungspolitischen Kontexten eine wichtige Stimme gewesen – sei es in der Hochschulrektorenkonferenz, im Wissenschaftsrat, im Hochschulforum Digitalisierung oder in der LHPK. Als weltoffenem Europäer verdanken wir ihm viele inspirierende Begegnungen und nachhaltige Impulse für die Hochschulpolitik weit über Rheinland-Pfalz hinaus“, sagte Weissman in ihrem Grußwort.

Impulse gibt auch der Hochschulrat in die Universität. Die stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats der Universität Trier und Generaldirektorin des Leibniz-Zentrums für Archäologie (LEIZA), Prof. Dr. Alexandra W. Busch, betonte die gemeinsamen Initiativen in der Forschung. „In der Amtszeit von Herrn Präsident Jäckel knüpften die Universität Trier und das Leibniz-Zentrum für Archäologie starke Bande. Davon zeugen der gemeinsame Forschungsschwerpunkt Römische Archäologie und Maritime Antike und zwei gemeinsame Berufungen in den Altertumswissenschaften. Das LEIZA freut sich mit Frau Prof. Eckkrammer auf die Intensivierung der Kooperation und neue Perspektiven."

Der Vorsitzende des Hochschulkuratoriums, Thomas Linnertz, verwies in seiner Ansprache darauf, dass Michael Jäckels Führung viel dazu beigetragen habe, dass die Universität Trier eine bedeutende Rolle in der akademischen Welt und als sehr wichtige Bildungseinrichtung in der Region einnehme. Linnertz blickte zugleich zuversichtlich in die Zukunft. „Ich bin sicher, dass Frau Professorin Eckkrammer mit ihrer Erfahrung und ihren Vorstellungen und Ideen ebenso dazu beitragen wird, dass die Universität Trier ihre Position als eine der führenden Bildungseinrichtungen weiter ausbauen wird.“

Kulturdezernent Markus Nöhl, Beigeordneter der Stadt Trier, hob hervor, dass die Stadt Trier mit Professor Jäckel einen engagierten Partner an der Spitze der Universität hatte. „Ihm lag stets am Herzen, die Entwicklung dieser Bildungseinrichtung auch zum Nutzen der Stadt und der Region voranzutreiben. Zahlreiche Projekte und Kooperationen zeugen hiervon. Für diese Überzeugung und sein Handeln sind wir ihm als Stadt sehr dankbar.“ Auf die Zusammenarbeit mit Professorin Eckkrammer blickt er erwartungsvoll voraus. „Schon in den ersten Wochen nach der Wahl haben wir sie in der Stadt als sehr kommunikativ und offen wahrgenommen. Bereits jetzt hat sie sich im Stadtgeschehen eingebracht. Das sind wunderbare Grundlagen für eine Fortsetzung der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt, Region und Universität.“

Aus der Stadt heraus, insbesondere vom „Freundeskreis Trierer Universität“, kamen auch wichtige Impulse, die zur Wiedergründung der Universität Trier im Jahr 1970 führten. Der Vorsitzende des Vereins, Hubert Schnabel, hob in seiner Ansprache die kontinuierlich gute Kooperation hervor. „Mit Ihnen zusammen, Herr Jäckel, konnten wir die Regionalisierung und die Internationalisierung der Universität Trier nennenswert fördern. Das Motto `In der Region verwurzelt, in der Welt zu Hause´ haben wir in vielen von Ihnen angeregten Projekten immer wieder konkretisiert."

Als Vertreter der Studierenden richtete sich Kevin Mangrich, seit Januar 2022 Vorsitzender des AStA, mit seinem Grußwort an den scheidenden Präsidenten und die nun amtierende Präsidentin. „Sie, Herr Jäckel, haben diese Universität in den letzten zwölf Jahren spürbar geprägt - auch, indem sie erreichbar und nahbar für die Studierenden waren. Im Namen dieser Studierendenschaft darf ich Ihnen sagen: Herzlichen Dank dafür. Verbunden mit diesem Dank möchte ich Ihnen, Frau Eckkrammer, im Namen der Studierendenschaft für die nächsten Jahre ganz viel Freude an der Arbeit, Geduld und Tatendrang wünschen. Wir freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit."

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt zur Übergabe des Präsidentenamtes vom Oboenquartett des Collegium musicum der Universität in der Besetzung Jonas Hoffmann (Oboe), Henning Rossa (Violone), Sebastian Hoffmann (Viola) und Chenni Chen (Cello). Für eine unterhaltsame Einlage sorgten Mitglieder des Kulturraums Trier, die mit einer Science Slam-Performance die Gäste unterhielten.